Videothek
Aufgezeichnete Lesungen, Vorträge und Filme aus unserem Programm.
In unserer Videothek bleibt, was sonst nur an einem Abend zu erleben wäre. Hier finden Sie Aufzeichnungen aus dem Programm der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und desMuseums für Literatur am Oberrhein – Lesungen, Vorträge, Gespräche und Filme, die wir digital zugänglich gemacht haben. So können Sie literarische Begegnungen nachholen, die Sie verpasst haben, oder einen besonderen Abend noch einmal erleben.
Viele dieser Aufzeichnungen entstanden, als sich das literarische Leben in Zeiten der Corona-Pandemie ins Digitale verlagerte. Was als Antwort auf geschlossene Häuser begann, ist zu einem dauerhaften Angebot geworden: ein wachsendes Archiv, das Stimmen, Texte und Begegnungen über den Abend hinaus bewahrt.
Was Sie erwartet
- Lesungen. Autorinnen und Autoren lesen aus ihren Werken und sprechen über ihr Schreiben – von Debütromanen bis zu etablierten Stimmen der Gegenwartsliteratur.
- Vorträge und Gespräche. Beiträge zu Literatur, Kultur und Zeitgeschichte am Oberrhein und darüber hinaus.
- Filme und Animationen. Filmische Annäherungen an literarische Persönlichkeiten und Themen der Region.
- Der Hölderlin-Kompositionswettbewerb. Vertonungen, in denen junge Komponistinnen und Komponisten Hölderlins Lyrik in Musik übersetzen.
Die Videothek versteht sich als Ergänzung zu unseren Veranstaltungen vor Ort, nicht als deren Ersatz: Literatur lebt vom gemeinsamen Erleben. Einen Überblick über kommende Termine finden Sie auf der Seite Veranstaltungen.
Aufzeichnungen ansehen
Aus Datenschutzgründen wird ein Video erst geladen, wenn Sie es anklicken – vorher besteht keine Verbindung zu YouTube. Die kurzen Autorinnen- und Autorenporträts der Reihe finden Sie zusätzlich gebündelt unter Karlsruher Literaturclips.
Mai 2020
Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten die im Rahmen von LESUNG SÜD zunächst für den 04. Mai und dann für den 02. November 2020 von der Literarischen Gesellschaft geplanten Lesungen von Paulina Czienskowski nicht real stattfinden. Wir bedauern das sehr. Wir danken Paulina Czienskowski, die in einer digitalen Lesung bereits im Mai 2020 für die Literarische Gesellschaft ausgewählte Textstellen las und von ihren Erfahrungen im Lockdown berichtete. Der Roman ist das aufwühlende Porträt einer jungen Frau auf der kritischen Suche nach sich selbst und spiegelt damit das Lebensgefühl der Generation Y. Unser Dank geht zudem an die Crespo Foundation, welche die Veranstaltung im Rahmen der Kampagne #zweiterfruehling des Netzwerks der Literaturhäuser förderte.


Oktober 2021
Juni 2021
Joseph Victor von Scheffel wurde am 16. Februar 1826 in Karlsruhe geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Residenzstadt. Zwischen 1843 und 1847 studierte Scheffel Jura, Philosophie und Kunstgeschichte in München, Heidelberg und Berlin. 1848 war er Sekretär des Verfassungsrechtlers und Parlamentariers Karl Theodor Welcker (1790-1869) in der Frankfurter Nationalversammlung, deren politische Debatten er kritisch kommentierte. Scheffel war Bibliothekar der Fürstlichen Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen. Dort erarbeitete er das Inventar der „Handschriften altdeutscher Dichtungen“, zu denen auch die „Nibelungenhandschrift“ gehörte. Am Ende des 19.Jahrhunderts gehörte Scheffel zu den populärsten und erfolgreichsten Schriftstellern seiner Generation. Seine Romane und die bei Studenten populäre Liedersammlung „Gaudeamus“ erlebten bis zur Jahrhundertwende Hunderte von Auflagen, die Scheffel zum bekanntesten „Bestsellerautor“ seiner Generation werden ließen.
Mai 2021
Es wird viel über Künstliche Intelligenz und ihre Gefahren gesprochen, aber wie fühlt es sich tatsächlich an, mit einem hochentwickelten Programm umzugehen? Was erlebt man, und was lässt sich daraus folgern? Im Februar 2020 reiste Daniel Kehlmann von New York ins Silicon Valley, wo man ihn eingeladen hatte, gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz eine Kurzgeschichte zu verfassen. In „Mein Algorithmus und Ich“ erzählt er von dieser Reise und von seiner experimentellen „Zusammenarbeit“ mit dem Algorithmus. Anlass genug, um am ZKM darüber zu berichten und im Gespräch mit ZKM-Vorstand Peter Weibel, dem Vorsitzenden der Literarischen Gesellschaft Prof. Dr. Hansgeorg Hansgeorg Schmidt-Bergmann, dem Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart Michael Resch und der jungen Wiener Autorin Raphaela Edelbauer die literarischen, philosophischen, technischen und auch unterhaltsamen Seiten des Projektes auszuloten.
Hiddigeigei ist eine fiktive, sprechende Katze und begleitet als stolze Schlosskatze die Handlung des Versepos „Der Trompeter von Säckingen“. Durch das Buch wird er im 19. Jahrhundert international bekannt. Als junges Kätzchen kommt er aus Paris nach Säckingen und schleicht seitdem würdevoll durch Saal und Garten. Der Kater ist Scheffels Sprachrohr und übermittelt des Dichters Zeitanschauung und Skepsis. Hiddigeigei ist eigenwillig, mit schwarzem Samtfell, buschigen Katzenschweif und einem „zuweilen hochmütigen Dulderantlitz“. Dass Joseph Victor von Scheffel den Kater Hiddigeigei nicht nur zum wachsamen, katzentypischen Beobachter, sondern auch zum philosophischen Kommentator seiner Geschichte macht, gefällt der Leserschaft von damals sehr.
Hiddigeigei ist auch heute noch vor allem in Bad Säckingen allgegenwärtig. Machen Sie sich selbst ein Bild und begeben Sie sich auf die Spuren des Katers.
Weitere Informationen unter:
Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 16. Mai 2021, erinnert das Museum für Literatur Karlsruhe an den Gelehrten, Schriftseller und Politiker Gustav Landauer. Für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V. sprach Prof. Dr. Schmidt-Bergmann, Leiter des Museums für Literatur Karlsruhe, im Rahmen seines Vortrags „Judentum und Sozialismus – Über Kontinuität und Bruch in Gustav Landauers anarchistischem Denken“ über Gustav Landauers Leben und Wirken.
Gustav Landauer (1870-1919), in Karlsruhe geboren und zur Schule gegangen, kennt man als Theoretiker und Anhänger einer anarchistisch geprägten Gesellschaftsform. Über die Zusammenarbeit und das literarische gemeinsam erarbeitete Werk von ihm und seiner Ehefrau, der Lyrikerin und Übersetzerin Hedwig Lachmann (1865-1918), hat das Museum für Literatur vor drei Jahren die viel beachtete Ausstellung „Liebe & Revolution. Hedwig Lachmann und Gustav Landauer zwischen Kunst und Politik“ konzipiert (28.4 – 2.9. 2018). Thematisiert wurden unter anderem der biografische Aufbruch, künstlerische Positionen, politische und pazifistische Ansätze sowie ökologische Aspekte einer neuen freien Gesellschaft, aber auch Landauers Teilnahme an der „Münchner Räterepublik“.
Siehe auch: „Liebe & Revolution Hedwig Lachmann und Gustav Landauer zwischen Kunst und Politik.“ Herausgegeben von Hansgeorg Schmidt-Bergmann, bearbeitet von Hansgeorg Schmidt-Bergmann und Sarah von Keudell unter Mitarbeit von Larissa Dehm, Lindemanns Bibliothek, Karlsruhe, 2018. Info Verlag, Karlsruhe, EUR 12,00 – direkt über die Literarische Gesellschaft zu beziehen.
Eine Gruppe junger engagierter Zeitgenoss*innen hat sich zusammengetan, um an „Europa zu arbeiten“. Dreimal im Jahr treffen sie sich ein Wochenende lang an einem europäischen Ort abseits der Metropolen, um alten Begriffen neuen Sinn zu geben, andere junge Europäer*innen kennenzulernen und eine geschichtsträchtige Region zu besuchen. „Zentrales Projekt des Vereins ist das „Europäische Archiv der Stimmen“. Ziel ist es, so viele Europazeugen (geboren zwischen 1920 und 1940) aus so vielen europäischen Ländern wie möglich in ihrer Landessprache zu interviewen, um festzuhalten, wie die Menschen beim Beginn des erneuten Zusammenwachsens Europas gefühlt und gedacht haben. Reizvoll ist die Zusammenführung der Stimmen der „Europazeugen“ mit den Fragen der jungen Interviewer*innen, die stellvertretend für ihre Generation den Dialog aufnehmen. „Arbeit an Europa“ ist seit 2017 ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Mitglieder und Organisatoren der Gruppe sind unter anderem Nora Bossong und Tom Müller und als Vorstandvorsitzender Simon Strauß.
1988 in Berlin geboren, studierte Simon Strauß Altertumswissenschaften und Geschichte an den Universitäten Basel und Poitiers sowie an der University of Cambridge. Er lebt in Frankfurt und ist seit 2016 als Redakteur bei der FAZ tätig. 2017 wurde er an der Berliner Humboldt-Universität mit einer Untersuchung über Theodor Mommsen und Matthias Gelzer promoviert. In Karlsruhe präsentierte er bereits auf Einladung der Literarischen Gesellschaft seine Bücher „Sieben Nächte“ (2017) und „Römische Tage“ (2019).
Weitere Informationen:
Eine Veranstaltung im Rahmen der Europäischen Kulturtage 2021.

In seiner Erzählung „Long Voyage Home“ erinnert sich Patrick Roth an seine amerikanischen Jahre. In fünf Episoden schildert er, wie er sich die neue Umgebung als junger Mann aneignete und wie sie sich ihm im Verlauf von 35 Jahren wieder entfremdete. Trotz intensiver Adaption des „American Way of Life“ holte ihn sein „Deutschsein“ immer wieder ein. Der Sehnsuchtsort Los Angeles, das Finden des eigenen Wegs als Schriftsteller, die Liebe zur deutschen Sprache in der Fremde und der Entschluss zur Rückkehr sind die Wegmarken dieser langen Heimreise.
Patrick Roth wurde 1953 in Freiburg im Breisgau geboren, ist in Karlsruhe aufgewachsen und lebt als freier Autor in Mannheim. Bekannt ist er als Erzähler biblisch-mythischer Stoffe, die er filmisch neu inszeniert, wie in den Texten der „Christus Trilogie“ (1998/2017) und im Roman „Sunrise. Das Buch Joseph“ (2012). Die deutsch-amerikanischen Erzählzyklen wie „Meine Reise zu Chaplin“ (1997/2013) und „Die amerikanische Fahrt“ (2013) dokumentieren Patrick Roths Auseinandersetzung mit dem Kino. 2017 kam die „Christus Trilogie“ in einer kommentieren Neuausgabe heraus; zuletzt erschien „Gottesquartett. Erzählungen eines Ausgewanderten“ (2021). Für sein literarisches Schaffen wurde er vielfach geehrt. Unter anderem erhielt er den Hugo-Ball-Preis (2002), den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2003) und war Mainzer Stadtschreiber (2006). In den Jahren 2004 und 2012 hatte er die Poetikdozentur an der Universität Heidelberg inne.
Weitere Informationen:
Eine Veranstaltung im Rahmen der Europäischen Kulturtage 2021.


April 2022
- Simone Hirsch (Sopran)
- Nare Karoyan (Klavier)
- Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (Literaturwissenschaftler)
- Dr. Thomas Seedorf (Musikwissenschaftler)
- Markus Volk (Regie)
Schauplatz: Karlsruhe und Heidelberg, irgendwann zwischen vorgestern und heute
Dramatis personae Joseph Victor von Scheffel – Karlsruher Dichter der Romantik Adolf Jensen – Preußischer Komponist und Freund von Johannes Brahms
Die Badener Städte Karlsruhe und Heidelberg werden zum Schauplatz und ´Treffpunkt all der Akteure unseres Films. Und wenn man als Student am Tag Traktate von Seneca (De brevitate vitae) paukt, versucht man Abends deren Inhalt ins eigene Leben einzubinden. (Und längst sind die Gläser leer und Senecas Worte verinnerlicht!) „Wir wollen also fröhlich sein, solange wir noch junge Leute sind. Nach fröhlicher Jugend, nach beschwerlichem Alter, wird uns die Erde haben.“
Zum Thema: Gaudeamus igitur auch bekannt unter dem Titel De brevitate vitae (lat. für ‚Über die Kürze des Lebens‘), ist ein Studentenlied mit lateinischem Text und gilt als das berühmteste traditionelle Studentenlied der Welt. Es ist in vielen Ländern Europas, in der angelsächsischen Welt sowie in Teilen Asiens und Lateinamerikas bekannt. Öfter gibt es Übersetzungen in die jeweiligen Landessprachen. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es auch verschiedene deutschsprachige Versionen. Eine Sammlung von Gedichten zu diesem Thema hier vom Karlsruher Dichter Joseph Victor von Scheffel in der Vertonung von Adolf Jensen.
Oktober 2022
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