Archiv
Stöbern Sie in vergangenen Lesungen, Workshops, Vernissagen und Podiumsdiskussionen – nach Jahr, Reihe, Stichwort und Typ filterbar.
Sie suchen den Archivbestand mit Handschriften, Nachlässen und Erstausgaben? Der liegt imOberrheinischen Literaturarchiv. Diese Seite versammelt die vergangenen Veranstaltungen.
95 Veranstaltungen


Wie in jedem Jahr öffnen die Karlsruher Museen am ersten Samstag im August auch nachts ihre Pforten und laden alle Interessierten ein, sich in einer gänzlich ungewöhnlichen Atmosphäre umzuschauen. Im Literaturmuseum im 2. OG des PrinzMaxPalais ist neben der Dauerausstellung die aktuelle Sonderausstellung INGEBORG BACHMANN: „ICH EXISTIERE NUR, WENN ICH SCHREIBE“ zu sehen.
18 Uhr: Führung durch die Ingeborg Bachmann-Ausstellung (begrenzte Teilnehmerzahl)
20 Uhr: Lesung von Juliane Ziegler aus Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien
In Rom haben sich Marie Luise Kaschnitz, die vor 125 Jahren in Karlsruhe geboren wurde, und Ingeborg Bachmann kennengelernt. Sie haben sich über ihr jeweiliges Schreiben ausgetauscht, einander Kontakte vermittelt und blieben bis zum Tod Bachmanns eng verbunden. Ihre gemeinsame Zeit in Rom ist prägend für die Freundschaft der beiden Autorinnen.
Juliane Ziegler studierte Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Romanistik in Osnabrück, Siena und Buenos Aires und arbeitet heute als Journalistin für den SWR und für ARD Online. Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien ist ihr erstes Buch. Sie begann mit der Arbeit hierzu während ihres Stipendiums an der Casa di Goethe im Sommer 2019.
Tickets: An den Museumskassen der beteiligten KAMUNA-Institutionen, an der Tourist Information Karlsruhe sowie über das Ticketportal Reservix. Weitere Informationen unter www.kamuna.de


Auch in diesem Sommer sorgt der Slam-Auftritt für lustige, aber auch nachdenkliche Stimmung beim Publikum der Kulturbühne. Es treten auf: Marvin Suckut (Poetry Slam-Meister des Landes Baden-Württemberg 2025, Schweizer Poetry Slam-Team-Meister 2025), Lena Stokoff (Halbfinalistin der deutschsprachigen Poetry Slam-Meisterschaften 2025), Jonas Neuhäuser (Poetry Slam-Rhein-Neckar-Meister 2023) und Natalie Friedrich (U20-Poetry-Slam-Meisterin des Landes Baden-Württemberg von 2019). Musikalisch unterstützt werden die Slammer*innen von Musiker Lennart Schilgen.
Moderation: Matthias Walz.
Kritiker*innen der SWR-Bestenliste diskutieren die wichtigsten Neuerscheinungen der Saison und stellen ihre Favoriten vor.


Wie soll man rebellieren, wenn sich schon alles verloren anfühlt? Die beiden Teenagerinnen Gwen und Charles teilen vor allem eines: den Frust gegenüber ihren Eltern, wenn auch aufgrund von unterschiedlichen Umständen. Während Charles mit ihren Eltern die Hauptstadt gegen das ländliche Hildesheim tauschen muss, ist Gwen damit beschäftigt, den Fängen des elterlichen Wohlstands zu entfliehen. Unsere anarchistischen Herzen (2021) ist ein mutiger Coming-of-Age-Roman und ein vielbeachtetes Debüt.
Lisa Krusche, geboren 1990 in Hildesheim, studierte Kunstwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2019 war sie Finalistin beim 27. open mike und erhielt 2020 den Deutschlandfunk-Preis beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt.
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank - Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur


Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann am 25. Juni und über 50 Jahre nach ihrem Tod fordern ihre Briefe, die nun zugänglich sind, eine neue Perspektive auf Leben und Werk dieser Dichterin, die heute aktueller denn je erscheint. Andrea Stolls neu erschienene Biografie beleuchtet die jüngsten Erkenntnisse über das unübersehbare Spektrum Bachmann'scher Ambivalenzen. Basierend auf Gesprächen mit Zeitzeugen, neu veröffentlichten Briefen und Tagebucheinträgen zeichnet Andrea Stoll ein umfassendes Bild der ikonischen Lyrikerin in einer Spirale von Selbstinszenierung und Selbstzerstörung - eine umfassende Biografie, die viele Rätsel dieses Lebens von den Anfängen bis zu ihrem Ende offenlegen kann.
Dr. Andrea Stoll, geboren 1960 bei Frankfurt am Main, studierte Germanistik, Philosophie und Publizistik in Wien und Mainz. 1991 wurde sie mit ihrer Studie Die Erinnerung als ästhetische Kategorie des Widerstandes im Werk Ingeborg Bachmanns promoviert. Bachmann ist ein zentrales Sujet in Stolls Laufbahn: Der von ihr initiierte und mitherausgegebene Briefwechsel Herzzeit (2008) zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan fand internationale Beachtung. Stoll veröffentlichte bereits 2013 eine Biografie über Ingeborg Bachmann: Der dunkle Glanz der Freiheit.

Heiligabend im Jahr 1992: Der dilettantische Organist und Musikforscher Jakob Kemper und sein viel jüngerer Halbbruder Leo finden auf der Empore der Naumburger St.-Wenzels-Kirche ein rätselhaftes Notenkonvolut. Es handelt sich – davon ist er überzeugt – um ein bisher verschollenes Werk Johann Sebastian Bachs, ein im wahrsten Sinn apokalyptisches Oratorium, das alles sprenge, was man vom großen Barockkomponisten bisher gekannt habe. Weil anerkannte internationale Bach-Forscher ihn nicht ernst nehmen, liegt das Schicksal des Manuskripts ganz in Kempers Händen. Es wird sein Leben völlig auf den Kopf stellen…
Robert Schneiders 2007 erschienenes Buch Die Offenbarung erzählt die Geschichte rund um einen seltsamen Notenfund und einen unbeholfenen Provinzmusiker, der im Deutschland der Nachwendezeit sein Leben zu bewältigen, ihm Sinn und Perspektive zu geben versucht. Mit Witz und Tiefsinn gleichermaßen lotet der Roman den schmalen Grat zwischen Wahrheit und Trug, zwischen Genialität und Trivialität – und zwischen Verzweiflung und Resignation aus. Er steht im Mittelpunkt eines literarisch-musikalischen Abends, der sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem ‚Erzählen von der Musik‘ widmen und dabei vor allem einer Frage auf den Grund gehen will: Was fasziniert uns heute noch an Bach und dem Barock – und wie inspirieren barocke Vorstellungswelten die Literatur und die Musik, ja Kunst und Gesellschaft überhaupt?
Auf dem Podium diskutieren hierzu – am Leitfaden von Schneiders Roman – Prof. Dr. Astrid Dröse (Karlsruher Institut für Technologie), Prof. Dr. Thomas Seedorf (Hochschule für Musik Karlsruhe), Prof. Dr. Christoph Wolff (Harvard University, USA), Isabel Steppeler (Badische Neueste Nachrichten) und Peter Gortner (Christuskirche Karlsruhe). Ausgewählte Passagen aus dem Buch tragen Studierende der Germanistik vor, am Cembalo lässt Kristian Nyquist (HfM) Musik von Johann Sebastian Bach erklingen. Christoph Wolff – seinerseits nicht nur einer der weltweit führenden Musikwissenschaftler und Bach-Forscher, sondern auch Alter Ego einer von Schneiders Romanfiguren – hält einen Kurzvortrag zum Thema Verschollene Werke Bachs: Wunsch und Wirklichkeit. Ein besonderer Abend zwischen Literatur und Musik, zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft – für Bach-Fans, für Barockliebhaber*innen, für Literatur- und Musikbegeisterte.
Eine Veranstaltung des Instituts für Germanistik (KIT) in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft.


Greif zur Farbe, ran an die Wand!
Graffiti - das ist Kunst, Jugendkultur, Jugendbewegung. Street Art bedeutet nicht nur, sich selbst zu verwirklichen, sondern auch, für seine eigenen Werte einzustehen. Street-Art-Künstler*innen bringen ihre messages durch ihre Kunst in die Welt. Für was steht man ein? Was steht hinter einem tag? In unserem Graffiti-Workshop gibt Moter Wissen und Techniken der Graffiti-Kultur weiter, die Teilnehmenden können sich selbst ausprobieren und den Mut finden, ihre Stimmen zu visualisieren. Street-Art zeigt: Wir lassen den Kopf nicht hängen, wir haben etwas zu sagen und gestalten unsere Zukunft selbst!
Zielgruppe: 12 bis 16 Jahre
Anmeldung erforderlich unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 88 36
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank - Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur

Bunte Buchschnitte - ein Hype auf BookTok, der durch seine aufwendige Gestaltung auffällt. Angesichts der großen Popularität veranstaltet die Literarische Gesellschaft in Kooperation mit der Kinder- und Jugendbibliothek Karlsruhe einen DIY-Buchschnitt Workshop für ein junges Publikum, bei dem die Teilnehmenden einen Buchschnitt für ihre Lieblingsbücher kreieren können. Das Angebot reagiert damit auf aktuelle Trends und greift innovative Konzepte aus der jungen Literaturwelt auf.
Zielgruppe: 6 bis 10 Jahre
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Judith Samp unter: veranstaltungen@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 88 37.
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank - Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur


Er „verbauert, auf die naivste, anmutigste Weise, durchaus das Universum“, so urteilte Goethe über Johann Peter Hebel. Nur, was hat der Bauer auf der Venus zu suchen? Es „müssen darauf lebendige und vernünftige Geschöpfe wohnen, wie auf unserer Erde“, schrieb Hebel 1811 in seinen Betrachtungen über das Weltgebäude. Mit diesen Geschöpfen zusammen blickt der Hausfreund Hebel auf die Erde herab und findet sie nicht. Wie kann das sein? Im Zeitalter von KI und kommerzieller Raumfahrt scheint es angebracht, mit Hebel die Welt und deren Ordnung erneut zu vermessen: „Allein das Auge des Verstandes sieht mehr als das Auge des Leibes.“
Prof. Dr. Jan Knopf ist seit 1984 Professor für Literaturwissenschaft und seit 1989 Leiter der Arbeitsstelle Bertolt Brecht (ABB) am KIT. Er veröffentlichte über 30 Bücher zu Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt, Johann Peter Hebel und zur Kalendergeschichte und ist Mitherausgeber der Großen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe der Werke Brechts sowie der Gesammelten Werke Hebels.

Sandie Dietz „Azure“
Du glaubst, du kannst keine eigenen Mangas zeichnen? Wir beweisen dir das Gegenteil! Street-Art Künstlerin Azure ist auch dieses Jahr wieder bei uns im PrinzMaxPalais und zeigt dir, dass auch du ein Storyboard entwerfen und Comics im japanischen Stil gestalten kannst. Manga - das ist self expression! Mit Comic-Markern wirst du deine Vorstellungen auf dem Papier zum Leben erwecken. Eigene Ideen, Erlebnisse und Erfahrungen mit- und einzubringen, erfordert Mut. Geschichten in Mangas zeigen, was es bedeutet, Mut zu haben - das bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern dem, was Angst macht, entgegenzutreten. Über das Medium Manga werden wir im Workshop der japanischen Kultur begegnen. So können wir gemeinsam Ängste abbauen und unsere Zukunft mit Zuversicht gestalten.
Zielgruppe: 12 bis 16 Jahre
Anmeldung erforderlich unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 88 36
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank - Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur

Der gute Gott von Manhattan (1958) - das dritte und letzte Hörspiel von Ingeborg Bachmann - verfolgt im Rahmen einer Gerichtsverhandlung die bedingungslose, aber auch schmerzliche und letztlich tödliche Liebe einer amerikanischen Studentin zu einem jungen Europäer, der sich den Bedürfnissen der Frau entzieht. Eine solche Liebe außerhalb der Ordnung meint der gute Gott bekämpfen zu müssen, was ihm schließlich - unterstützt von einer Geheimdienstarmee von Eichhörnchen - auch gelingt, ohne dass er dafür bestraft wird. Neben dem Inhalt geht der Vortrag auf die Symbolik, die intertextuellen Bezüge und die kunstvolle Sprache der Dichterin ein.
Dr. Gerhard Friedl ist Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Karlsruhe, war Deutschlehrer und Fachleiter am Aus- und Fortbildungsseminar für berufliche Schulen und hat zahlreiche Textausgaben und Unterrichtsmodelle zu literarischen Themen, u.a. zu Bachmanns Hörspiel, sowie einige literaturwissenschaftliche Aufsätze publiziert, insbesondere zu Dichtern der Goethezeit und ihren Werken.
Du willst deine Texte mit anderen teilen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Wir wollen dich und deine Gedanken beim Workshop mit Dalibor Markovic´ hören. Dafür benötigt man keine fertigen Texte oder Vorerfahrung: Schritt für Schritt wird dir gezeigt, wie man Slam-Texte entwickelt und auch selbstsicher vorträgt, denn gerade die Performance ist ein wichtiges Element des Poetry-Slams. Wir wollen mutig sein, uns außerhalb unserer Komfortzone etwas trauen und laut sein – für all die Dinge, die uns wichtig sind.
Zielgruppe: 12 bis 16 Jahre
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Matthias Walz unter: presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 88 36.
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank – Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur
Im Wiener Kaffeehaus ‚Café Raimund‘ schmökerten einst Ingeborg Bachmann, Ilse Aichinger und Friederike Mayröcker ... Malina (1971) ist der erste und einzige vollendete Roman von Ingeborg Bachmann. Im Zentrum der Handlung steht eine in Wien spielende Dreiecksgeschichte zwischen der namenlosen weiblichen Ich-Erzählerin und den männlichen Figuren Malina und Ivan. Die vielschichtige Collage aus Dialogen, Briefen und Märchen endet mit den Worten: „Es war Mord“ ...
Isabelle Demey studierte Medienwirtschaft, Sprechkunst und Kommunikationspädagogik. Seit 2014 ist sie Chefsprecherin des SWR in Stuttgart und Baden-Baden. Bei SWR2 präsentiert sie die Nachrichten und die aktuellen Musikstrecken im SWR2 Mittags- und Abendkonzert.
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Scherer (KIT), Miriam Schabinger und Judith Samp.
Gefördert durch:
Zeit ihres Lebens stand Ela wortwörtlich im Schatten ihrer Mutter. Deren dicker Körper, so zumindest die Überzeugung ihres Vaters, war für das Unglück der gesamten Familie verantwortlich. Inzwischen erwachsen geworden, hat sich Ela von den Erlebnissen in ihrer Kindheit abgewendet und schreibt an ihrer Dissertation ... bis ihr Körper anfängt zu rebellieren. Zusätzlich zu ihren Selbstzweifeln wird ihr Körper zunehmend kranker: Während sie unbewusst mit der Frage ringt, ob sie ihren Platz in der akademischen Welt wirklich verdient hat, kämpft sie mit ihrem Hals, ihrem Herz, ihrer Haut. Junge Frau mit Katze (2025) ist eine mitreißende Geschichte über die Selbstfindung und Selbstermächtigung einer jungen Frau – ein autofiktionaler Roman? Und was hat es mit der Katze auf sich ...?
Daniela Dröscher, geboren 1977, lebt heute in Berlin. Auf ihren Debütroman Die Lichter des George Psalmanazar (2009) folgten weitere Werke. Dröscher ist vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis (2009) und dem Robert-Gernhardt-Preis (2017). Die Verfilmung ihres Romans Lügen über meine Mutter (2022) kommt 2026 in die Kinos.
Anmeldung bei Dr. Jürgen Oppermann unter bibliothek@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 59 30.
Wie steht es um die Fähigkeit, sich betrachtend in komplexe visuelle Sachverhalte zu vertiefen, sie für sich aufzulösen oder in ihrer historischen und gesellschaftlichen Bedeutung einzuordnen? Die Frage gehört zu den Schwerpunkten eines Vortrags, in dem sich der Kunstkritiker Michael Hübl auch mit dem Thema befasst: Wie lässt sich Kunst beurteilen und was unterscheidet den Umgang mit ihr von anderen Erkenntnismöglichkeiten? Fachgebiete Michael Hübls sind Bildende Kunst, Theater und Literatur. Der Kunsthistoriker und Germanist leitete von 1988 bis 2020 das Kulturressort der Badischen Neuesten Nachrichten.
Die junge Maggie Müller hat einen Traum: Sie möchte Detektivin in Schottland werden. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten – denn als die Gänse ihrer überängstlichen Nachbarin Violetta verschwinden, eilt ihr die mutige Maggie selbstverständlich zu Hilfe. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Samuel nimmt sie sich des Mysteriums an, doch der Fall nimmt für die beiden Ermittler eine unvorhergesehene Wendung ... ein brisanter Kinderkrimi.
Rieke Patwardhan absolvierte zunächst ein Psychologie- Studium und schreibt Kinder- und Jugendbücher. 2020 wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für Neue Talente ausgezeichnet.
Zielgruppe: 8 bis 10 Jahre
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Matthias Walz unter: presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96 49 88 36.
Im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratursommers Baden-Württemberg zum Thema Wort sei Dank – Mut und Zuversicht in der Kinder- und Jugendliteratur
Als sich Ingeborg Bachmann (Vicky Krieps) und der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (Ronald Zehrfeld) 1958 in Paris begegnen, ist dies der Beginn einer leidenschaftlichen Liebe. Doch künstlerische Auseinandersetzungen und die verschlingende Eifersucht von Max Frisch beginnen, die Harmonie sukzessive zu zerstören. Noch Jahre später lassen Ingeborg Bachmann die Erinnerungen an die Beziehung nicht los. Gelingt es ihr bei einer Reise in die Wüste, die prägende Verbindung privat und schriftstellerisch aufzuarbeiten?
Der Film unter Regie von Margarethe von Trotta zeichnet das Portrait einer komplexen romantischen Verbindung und die Folgen einer zerstörerischen Liebe. Margarethe von Trotta, die bereits bei der Verfilmung Hannah Arendt (2012) Regie führte, wurde 2022 mit dem Europäischen Filmpreis für das Lebenswerk geehrt.
Das Leben ist eine Reise mit unbekanntem Ziel. Aber wie leben wir auf Reisen? Wie schlafen, wo wohnen, was essen wir? Wie lieben, streiten und arbeiten wir? Während wir, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, permanent unterwegs sind, um die Welt zu erkunden und dem Ort unserer Sehnsucht ein Stück näher zu kommen… Felicitas Hoppe ist seit 30 Jahren auf Reisen und hat sogar auf einem Containerfrachtschiff die Welt umrundet. Nun legt sie eine Reisebiographie vor: In Reisen (2026) überwindet sie mit Fantasie und Erzähllust mühelos sämtliche Grenzen.
Felicitas Hoppe, 1960 in Hameln geboren, veröffentlichte 1996 ihr Debüt Picknick der Friseure. 2012 erschien der autofiktionale Roman Hoppe. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis 2012. Außerdem hatte sie Poetikdozenturen und mehrere Gastprofessuren im In- und Ausland inne. Ihr Gesamtwerk wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Hoppe ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und von PEN Deutschland.
Geboren in Basel, in Schwetzingen vor 200 Jahren gestorben, – dazwischen die längste Zeit seines Lebens in Karlsruhe: Zunächst kam Johann Peter Hebel als Schüler ans Karlsruher ‚Gymnasium illustre‘, später ‚Lyceum‘ (heutiges Bismarck-Gymnasium); später kehrte er dorthin als Lehrer und Schulleiter zurück. Sein Zweit- und Drittberuf: Pfarrer und Dichter.
Martin Jösel, geborener Karlsruher, pensionierter Lehrer, Hebelfreund und Hebelforscher, führt die Spaziergänger*innen zu Hebels Lebens- und Wirkungsstationen: Naturkundemuseum, Ständehaus, Evangelische Stadtkirche. Hebels Schreibtisch im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais darf da nicht fehlen. Die Spaziergänger*innen dürfen sich auf Begegnungen mit Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Weinbrenner und Karl Drais auf seinem Laufrad freuen. Im Rucksack hat Martin Jösel ein paar Hebel-Requisiten versteckt, u. a. eine echte Sechs-Kreuzer-Münze von 1808, eine Karlsruher Zeitung von 1819 und einen Rheinländischen Hausfreund des Jahres 2026.
Anmeldung erbeten bis Donnerstag, 23.4.26, telefonisch unter 0721 / 96 49 88 35 oder per E-Mail an presse@literaturmuseum.de.
Mindestteilnehmerzahl für den Spaziergang: 8 Personen.
Sie lieben sich. Sie ziehen zusammen. Sie adoptieren einen Hund. Und trotzdem funktioniert nichts. Herzchen ist die gefeierte Millennial-Schriftstellerin, die alles hat, noch mehr will und trotzdem unglücklich ist – Toxibaby ist Anfang vierzig und versinkt in Selbstmitleid. Doch für Herzchen ist er der Mann, der ihr alles bedeutet und ihr alles nimmt. Er ist schön, brillant, wütend auf die Welt – und auf sie. Was als rauschhafte Liebe beginnt, wird zu einem Kampf um Nähe und Selbstbehauptung, ein Spiel aus Hingabe, Abhängigkeit und intellektuellem Kräftemessen. Toxibaby (2026) ist ein erzählerisch eindrucksvoller, schonungsloser und zugleich zärtlicher Roman über eine toxische Liebe, die Fluch und Segen zugleich ist, über Beziehungsunfähigkeit und darüber, wieviel wir einander geben – und abverlangen – dürfen.
Dana von Suffrin, 1985 in München geboren, studierte Politikwissenschaft, Jüdische Geschichte und Kultur sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an den Universitäten in München, Neapel und Jerusalem. 2017 wurde sie an der Ludwig-Maximilians-Universität promoviert und war dort zeitweilig als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. 2017 erschien ihr Debütroman Otto, 2022 das Hörspiel Blut und 2024 ihr Roman Nochmal von vorne. Dana von Suffrin nahm Autor*innen-Residenzen in verschiedenen Städten wahr, u.a. in Syrakus, Sofia und Krakau.
Welche Bedeutung hat Literaturvermittlung heute? Wie ist das Herzensanliegen Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmanns, die Literatur zu bewahren und ihre Bedeutung aufrechtzuerhalten, realisierbar? Welche persönlichen Erinnerungen an ihn haben langjährige Weggefährt*innen, Autoren, Literaturkritiker und Kolleg*innen aus der Literaturwissenschaft?
Ein vielstimmiger Blick auf das Lebenswerk des Literaturvermittlers Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann entsteht durch Beiträge von Nina Haubus, Björn Hayer, Elena Henn, Mathias Herweg, Björn Kern, Kai Kauffmann, Anton Philipp Knittel, Jan Knopf, Tilman Krause, Tiffany Krug, Ricarda Lang, Marie Lopp, Annette Ludwig, Markus Orths, Kai Uwe Peter, Andreas Platthaus, Roman Pliske, Heike Schmoll, Arnold Stadler, Peter Stamm, Thedel von Wallmoden, Wolfgang Wegner u.v.m.
Ein Poetry Slam Abend der besonderen Art: Die Bühne im PrinzMaxPalais gehört den Youngstern und Rookies der Stadt. Ihr performt eure selbstgeschriebenen Texte im Wettstreit um den Titel und damit auch um die Teilnahme an der baden-württembergischen Landesmeisterschaft am 23. Mai 2026 in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe.
Goethe war nicht gerade der Lieblingsdichter der Nationalsozialisten; er war ihnen zu kosmopolitisch und zu wenig heroisch. Aber nationalsozialistische Kulturfunktionäre und regimeaffine Germanisten gaben sich denkbar große Mühe, den „deutschen Goethe“ zu „entdecken“ und in NS-affirmativem oder gar propagandistischem Sinn hervorzukehren. Auch die Goethe-Gesellschaft spielte hierbei eine beträchtliche Rolle. Der Vortrag skizziert dies auf der Basis der neueren Forschung (insbesondere der Untersuchung von W. Daniel Wilson, Der faustische Pakt: Goethe und die Goethe-Gesellschaft im Dritten Reich, 2018).
Prof. Dr. phil. Helmuth Kiesel, geboren 1947, war von 1990 bis 2015 Inhaber eines Lehrstuhls, Professor für Geschichte der neueren deutschsprachigen Literatur am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg. Er ist u.a. Herausgeber der Kriegsbücher Ernst Jüngers und Verfasser zahlreicher Studien zur Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Glänzende Spiegel, definierte Körper, Flirts am Tresen. Die Ich-Erzählerin beginnt ihren neuen Job im MEGA GYM. Es gibt keinen Leistungsdruck, keine Überstunden, dafür liebenswerte Kolleginnen und einen Chef, der stolzer Feminist ist. Alles perfekt – oder doch nicht? Ausgehend von einer erfundenen Mutterschaft im Vorstellungsgespräch verfällt sie zunehmend dem Leistungsdenken und dem Streben nach Selbstoptimierung. Als schließlich Bodybuilderin Vick auftaucht, wird klar, dass ein erfundenes Kind nicht das einzige Geheimnis der Erzählerin ist... Gym (2025) zeigt eine auf Optimierung ausgerichtete Gesellschaft, in der sogar eine Mutterschaft erfunden wird, um den eigenen Körper zu erklären, und ist damit ein „zeitdiagnostisches Portrait“ (der Freitag). Eine Geschichte über Obsession, Ehrgeiz und die selbstzerstörerische Kehrseite schöner Oberflächen.
Verena Keßler, 1988 in Hamburg geboren, ist Schriftstellerin und Werbetexterin. 2019 war sie Stipendiatin des 23. Klagenfurter Literaturkurses. 2020 erschien der Debütroman Die Gespenster von Demmin, der mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium 2021 ausgezeichnet wurde. Für ihren zweiten Roman Eva (2023) erhielt sie den Literaturpreis Der zweite Roman.
Eine Kooperation der Literarischen Gesellschaft mit dem Gottesauer Eck und der Stephanus-Buchhandlung Karslruhe.
Ingeborg Bachmann wurde durch ihren Auftritt in der Gruppe 47 als Lyrikerin bekannt und sogleich als neuartige Stimme in der Nachkriegslyrik wahrgenommen. Der Vortrag bietet einen Überblick über das Gesamtwerk: von den frühen Radio-Essays, die Musil wie die Philosophie des Wiener Kreises (Wittgenstein) wiederentdecken, über die Hörspiele der 1950er Jahre, ihre Lyrik und die Erzählungen, mit denen sich Bachmann dann von der Lyrik abgewendet hatte, bis zum geplanten Todesarten-Projekt mit dem Roman Malina sowie den unvollendeten Romanfragmenten (Der Fall Franza, Requiem für Fanny Goldmann). Ingeborg Bachmann gilt als eine der bedeutendsten Lyriker*innen und Prosaschriftsteller*innen ihrer Generation und damit der deutschsprachigen Literatur der Moderne. Thomas Bernhard würdigte sie als „die intelligenteste und bedeutendste Dichterin, die unser Land in diesem Jahrhundert hervorgebracht hat.“ Die Auseinandersetzung mit ihrem Werk im Zusammenhang der Frage nach dem Weiblichen Schreiben brachte nicht zuletzt den Feminismus voran.
Prof. Dr. Stefan Scherer lehrt am Department für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft, Institut für Germanistik, KIT. Er ist Studiengangleiter Lehramt Deutsch, Studiengangkoordinator für die Germanistik-/Lehramt Deutsch-Studiengänge sowie Wissenschaftlicher Leiter des Schreiblabors am HoC (House of Competence) am KIT. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Frage nach der Serialität und Populärkultur im Tatort.
Gefördert durch:
Ob feingeschliffene Deepness oder brachialer Humor, ob Gedicht oder Geschichte, ob Rap Lyrics oder Brandrede. Wir schreiben und performen uns ins Poetry Slam Universum zur Vorbereitung auf die U20-Stadtmeisterschaft am 18. April 2026 um 19 Uhr. Am Welttag der Poesie gibt euch der zweifache deutschsprachige Vizemeister Philipp Herold alles mit auf den Weg, was es für den ersten großen Auftritt braucht.
Teilnehmen dürfen alle Jugendlichen – egal, ob sie schon Erfahrungen haben oder noch nie einen Text geschrieben haben. Anmeldung erwünscht bis Donnerstag, 19.3.26, telefonisch unter 0721 / 96 49 88 35 oder per E-Mail an presse@literaturmuseum.de.
Thema der 115. allmende-Ausgabe ist die Frage ‚Wo bleibt die Kultur?‘ Ausgangspunkt des Hefts ist die Verschärfung der weltpolitischen Lage: Wie kann die Kultur auf das ‚Rollback‘ reagieren? Welche Perspektiven der Literaturvermittlung (bleiben) bestehen? Comiczeichnerin und Illustratorin Julia Bernhard entwarf thematisch passende Comics und präsentiert diese im Rahmen eines Podiumsgesprächs. Gemeinsam mit Judith Samp und Miriam Schabinger aus dem Redaktionsteam ergründet sie unter anderem deren Entstehungsprozess: Wie kann die Komplexität in eingängigen Comics dargestellt werden, ohne dass diese trivial erscheinen? Inwiefern erlauben künstlerische Ausdrucksformen wie Literatur und Comics einen kritischen Blick auf den beschleunigten Antisemitismus, Rassismus und die Bedrohung der Diversität?
Julia Bernhard lebt und arbeitet als freischaffende Comiczeichnerin und Illustratorin in Berlin. Ihre Arbeiten sind vielfach in Magazinen, Anthologien und Ausstellungen vertreten. Ihr Comic Wie gut, dass wir darüber geredet haben (2019) wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Max und Moritz-Preis des Comicsalons Erlangen für das beste Comicdebüt. Für die Graphic Novel Simone de Beauvoir: Ich möchte vom Leben alles (2023), geschrieben von Julia Korbik, erhielten Autorin und Zeichnerin den Prix Artémisia“ in der Kategorie ‚Influence‘. Seit 2022 ist sie dauerhaftes Mitglied des feministischen Künstlerinnen-Kollektivs SPRING. www.juliabernhard.de
Weitere Informationen finden Sie auf www.literaturmuseum.de
„Die Unsichtbarkeit machte uns lange Zeit sprachlos. Unsere Sprachlosigkeit ließ die anderen glauben, wir hätten ein gutes Leben als Vorzeigeminderheit. Sie ließ uns auch glauben, dass wir kein Anrecht auf unsere Sprache hätten. Dabei wurde uns jahrzehntelang so viel genommen und wir gaben uns damit zufrieden, hier überhaupt existieren zu dürfen, auch wenn wir mit ‚Ausländer raus!‘ immer mitgemeint waren.“ In ihrem persönlichen Buch Das Ende der Unsichtbarkeit (2023) verhandelt Aktivistin und Autorin Hami Nguyen die Themen Rassismus und Klasse am Beispiel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Anti-asiatischer Rassismus ist im deutschen Diskurs unterrepräsentiert, weil asiatisch gelesene Menschen als ‚angepasst‘ gelten. Sie sind unsichtbar. Die Geschichten der vietnamesischen Migrant*innen in Deutschland sind kaum erzählt – dabei sind sie ein Teil der deutschen Geschichte.
Hami Nguyen ist 1989 in Vietnam geboren und 1991 mit ihrer Mutter nach Deutschland geflohen, wo ihr Vater als Vertragsarbeiter in der DDR gearbeitet hatte. Sie studierte VWL, Soziologie und Politikwissenschaften in Halle / Saale und Luzern. 2022 wurde sie vom Focus zu den 100 wichtigsten Frauen des Landes gewählt. 2024 wurde ihr Debüt Das Ende der Unsichtbarkeit – Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen mit dem Buchpreis der Immigrationsbuchmesse ausgezeichnet. Sie arbeitet als Bildungsreferentin und freie Autorin und setzt sich unter @hamidala_ für eine gerechtere Gesellschaft ein.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Citykirche Karlsruhe (Ev. Stadtkirche), der Galeristin Yvonne Hohner / Galerie Yvonne Hohner Contemporary, der UNESCO City of Media Arts (Kulturamt der Stadt Karlsruhe) im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Karlsruhe.
Donnerstag, 19.3. bis Sonntag, 22.3. | Leipzig, Messegelände
Leipziger Buchmesse
Musik begleitet das Leben und Schaffen von Thomas Mann (1875 – 1955) ohne Unterlass. Doch warum ist es gerade Musik, – und nicht irgendeine andere Kunst, für die er als Interpret der „deutschen Kulturnation“ Zuständigkeit beansprucht? Bereits in der frühen Erzählung Der kleine Herr Friedemann oder im Roman Die Buddenbrooks, später im Zauberberg und weiter im Doktor Faustus macht er auf die Wirkung der Musik, zumal der Musik Richard Wagners, aufmerksam. Er diagnostiziert einen Musikkult, der nicht nur seelenbezaubernd, sondern äußerst verdächtig, zudem spezifisch deutsch sei. Wenn Thomas Mann über Musik schreibt, dann nicht, um ein erbauliches Musik-Erleben aufzuzeigen, sondern um eine Gesinnungswelt bewusst zu machen, die anfällig ist für jenen – im Zeichen des Todes stehenden – „Seelenzauber“. Dr. Kerstin Koblitz studierte Germanistik und Philosophie und wurde über das Erzählwerk Martin Walsers promoviert.
In penelopes sch()iff (2025) schreibt Ulrike Draesner Homers Odyssee aus weiblicher Perspektive weiter und rückt Penelope, die im antiken Epos die Rolle der treuen, wartenden Ehefrau des Odysseus einnimmt, ins Zentrum des Geschehens. Ihre Penelope ist klug, leidenschaftlich und freiheitsliebend. Als deutlich wird, dass der traumatisierte Kriegsheimkehrer Odysseus als Herrscher nicht mehr tragbar ist, sticht sie gemeinsam mit anderen Frauen in See. Die Reise führt dabei nicht nur geographisch ins Ungewisse: Alte Machtverhältnisse lösen sich auf, neue Formen von Gemeinschaft entstehen, immer mehr Frauen erheben die Stimme. So liest sich penelopes sch()iff auch als poetische Fortführung eines zentralen Bachmann‘schen Anliegens: Wie Ingeborg Bachmann macht Ulrike Draesner weibliche Stimmen gegenüber dominanten Erzählstrukturen hörbar und hinterfragt tradierte Mythen ebenso wie patriarchale Macht- und Geschlechterverhältnisse.
Ulrike Draesner wurde 1962 in München geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften, Anglistik, Germanistik und Philosophie an den Universitäten in München, Salamanca und Oxford und schloss eine Promotion in Germanistischer Mediävistik zum Thema Intertextualitätstheorien an. Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Seit 2018 ist sie Professorin für Deutsche Literatur und Erasmus-Koordinatorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Draesner erhielt mehrere Preise, darunter 2020 den Preis der Litera-Tour Nord für den Roman Kanalschwimmer, 2024 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und 2025 den Christine Lavant Preis.
Gefördert durch:
„Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe.” (Ingeborg Bachmann, 1972)
Die große Aufmerksamkeit, die der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (geboren am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, gestorben am 17. Oktober 1973 in Rom) seit den 50er Jahren entgegengebracht wurde, ließ sie zu einer Ikone der Nachkriegsliteratur werden. Bis heute inspiriert sie Biograph*innen, die Literaturwissenschaft sowie Generationen von Leser*innen weltweit. Nun hat die Literarische Gesellschaft die vielbeachtete Ausstellung INGEBORG BACHMANN: „ICH EXISTIERE NUR, WENN ICH SCHREIBE“ nach ihren Stationen in München und Rom nach Karlsruhe geholt. Die Ausstellung wird bis Anfang September 2026 im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais gezeigt und ab Oktober 2026 in Ingeborg Bachmanns Geburtsstadt Klagenfurt im Landesmuseum für Kärnten zu sehen sein.
Mehrere thematisch fokussierte Stationen dokumentieren Ingeborg Bachmanns frühen Ruhm als Lyrikerin, zeigen ihre Auseinandersetzung mit Krieg und Krankheit, beleuchten ihre Beziehungs- und Geschlechterverhältnisse sowie die Dimension ihres Schreibens. Ausgestellt werden neben Originalbriefen (u. a. von Max Frisch, Henry Kissinger, Marie Luise Kaschnitz und Nelly Sachs) auch Gedichtentwürfe und autobiographische Aufzeichnungen. Ton- und Filmdokumente verdeutlichen, wie Ingeborg Bachmanns Leben einem ästhetischen Konzept folgte, das untrennbar von ihrem Werk ist, und demonstrieren die Aktualität und anhaltende Wirkung ihrer Texte.
Im Rahmen ihrer Laufzeit bis zum 6. September 2026 wird im PrinzMaxPalais ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten. Gefördert wird die Ausstellung durch die Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe und die Baden-Württemberg-Stiftung.
Cora Chilcott (Berlin): Shakespeare. Nachtheller Tag, du bist mein Traumgesicht
Eine Auswahl der schönsten Sonette wird mit Textauszügen u.a. aus Romeo und Julia, Othello, Hamlet, Macbeth und den melancholisch-lichtvollen Songs eines John Dowland verbunden, den der Dichter sehr schätzte. Und so entsteht ein intensives Schauspiel in neuer Gestalt, das die ewigen Themen Liebe, Schönheit, Macht und Tod durchleuchtet. Es geht um die Schönheit von Shakespeares Lyrik, um die Zeitlosigkeit ihrer Aussagen und um eine Annäherung mittels Interpretation, wobei das Ambivalente, das durch die verschiedenen Adressaten der Lyrik entsteht, besonders reizvoll erscheint.
Die Schauspielerin und Sängerin Cora Chilcott war von 2001 bis 2014 Mitglied des Berliner Ensembles. Mit ihren verschiedenen Soli ist sie an der Berliner Volksbühne, während der Schillerwoche in Marbach, für Goethe-Institute in europäischen Hauptstädten und für die Klassik Stiftung Weimar aufgetreten.
Donnerstag, 12.2.26 | 19 Uhr | PrinzMaxPalais | Eintritt 8 € | ermäßigt 6 €
Lesung und Gespräch
Prof. Dr. Steffen Martus: Erzählte Welt. Eine Literaturgeschichte der Gegenwart. 1989 bis heute
Die Literatur ist ein Spiegel der Gegenwart, bildet ihre Umbrüche und Krisen ab. Sie zeigt die sozialen, politischen, ökonomischen und ästhetischen Zustände von Gesellschafen. In Erzählte Gegenwart (2025) stellt Steffen Martus den Versuch an, ein Bild der deutschen Literatur und ihrer Gesellschaft von 1989 bis zu den jüngsten Debatten unserer Gegenwart um Migration, Identität oder Klassismus, zu zeichnen, um so die Vielfalt der Literatur und deren Relevanz für die Gesellschaft aufzuzeigen. Steffen Martus wollte keine Geschichte der Gegenwartsliteratur schreiben, sondern viel eher auf exemplarische Weise Literatur als Gesellschaft im Kleinen betrachten.
Steffen Martus (*1968) hat seit 2010 den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die deutsche Literatur seit dem 17. Jahrhundert, die Verschränkung von Literatur und Wissenschaftsgeschichte, Fragen der Literaturtheorie sowie die Praxeologie der Geistes- und Kulturwissenschaften. Seit 1997 schreibt er u.a. für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Steffen Martus wurde u.a. 2015 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für sein wissenschaftliches Werk ausgezeichnet. Steffen Martus ist Mitherausgeber von IASLonline und Redaktionsmitglied von Text + Kritik.
Moderation: Prof. Dr. Stefan Scherer (Department für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft, Institut für Germanistik, KIT)
Donnerstag, 26.2.26 | PrinzMaxPalais | Eintritt frei
Scheffel-Tag
Runder Geburtstag! Joseph Victor von Scheffel wird 200 Jahre alt
Joseph Victor von Scheffel (1826–1886) gehörte um die Jahrhundertwende mit seinen Schriften wie dem Verseepos Der Trompeter von Säckingen, dem Ekkehard, der Sammlung von Kneipen- und Studentenliedern oder dem Gaudeamus zu den bekanntesten und meistgelesenen Schriftsteller*innen seiner Zeit. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. entwickelte sich daraus ein regelrechter Scheffelkult: Scheffel-Denkmäler wurden errichtet, seine Werke regelmäßig rezitiert und gepriesen, Bünde wurden ihm zu Ehren gegründet. Nach Auflösung des im Jahr 1889 begründeten Österreichischen Scheffelbundes, setzten sich im September 1924 Eck Freiherr von Reischach-Scheffel, Ehemann der Enkelin Scheffels, und der Mediävist Friedrich Panzer in Heidelberg zusammen und begründeten den Deutschen Scheffel-Bund. Über die Jahre wurde aus dem „Deutschen Scheffel-Bund“ der „Volksbund für Dichtung, vorm. Scheffel-Bund“ und schließlich die „Literarische Gesellschaft / Scheffelbund e.V“. Den Geburtstag unseres ursprünglichen Namensgeber und Wegweiser am 16.2.1826 möchten wir im Rahmen eines Scheffel-Tags mit unseren Mitgliedern und allen Interessierten feiern.
10 Uhr | Interaktive Kinderlesung
Manuela Trapani: Für einige Minuten in den Ekkehard
150 Jahre ist es her, seit Joseph Victor von Scheffels Geschichte um die historische Person „Ekkehard“, einem Mönch, der vor noch viel längerer Zeit in der Burg auf dem Hohentwiel lebte, erschien. Der historische Roman war eigentlich für Jugendliche und Erwachsene gedacht. Manuela Trapani nimmt nun Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren im Rahmen einer interaktiven Lesung Für einige Minuten in den Ekkehard mit in eine Welt, die sich nicht so sehr von unserer unterscheidet: Auch die Menschen damals bewegten Gefühle wie Liebe, Ehre, Ruhm, Wissbegierde und Hass.
Manuela Trapani konzipiert und hält Lesungen für Kinder und Erwachsene, sie schreibt selbst Prosa und Lyrik. Seit 1992 ist sie Schauspielerin am Theater im Kulturzentrum GEMS in Singen am Hohentwiel, ihrem Generationentheater. Mit ihrer Literatur im Garten ist sie im deutschsprachigen Raum unterwegs.
Zielgruppe: Kinder von 8 bis 12 Jahre
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Judith Samp unter: veranstaltungen@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721 96498837.
Eine Kooperationsveranstaltung der Literarischen Gesellschaft mit der Kinder- und Jugendbibliothek Karlsruhe.
19 Uhr | Dichterstunde auf den Spuren Joseph Victor von Scheffels
Sebastian Mirow liest aus Brief aus Venedig und andere Reisebilder
Schauspieler Sebastian Mirow (Theater Baden-Baden) liest aus den Reiseberichten des einst vielgefeierten Bestsellerautors des 19. Jahrhundert. Im Anschluss spricht er mit Dr. Jürgen Oppermann, dem stellvertretenden Leiter des Museums für Literatur Karlsruhe, über Joseph Victor von Scheffels Wanderungen als Bildungserfahrung und Inspirationsquelle.
„Die Art, wie einer auf der Reise sich gibt, lehrt am besten ihn kennen“, resümiert Scheffel am Ende seines Reiseberichts Ein Tag am Quell von Vaucluse, wo er 1856 auf den Spuren des italienischen Dichters Petrarca wandert. Mit der Eisenbahn fährt er durch das Rhônetal und besucht Avignon. Grundsätzlich erscheint ihm jedoch das Wandern die angemessene Fortbewegungsart. Wandern bedeutet für Scheffel die Befreiung von den Zwängen und Normen der bürgerlichen Welt. Ein Jahr zuvor hatte er zusammen mit dem Maler Anselm Feuerbach Venedig besucht. Mit seinen Aufsätzen Aus den rätischen Alpen, Aus dem Hauensteiner Schwarzwald und den Skizzen aus dem Elsaß knüpft Scheffel an die Tradition des feuilletonistischen Reiseberichts an, die an Heinrich Heine oder Theodor Fontane erinnert.
„SWR“-Bestenliste im PrinzMaxPalais – Literaturkritik live im Museum für Literatur!
Im Dschungel der unzähligen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt ist guter Rat teuer! Die „SWR“-Bestenliste bietet eine gute Orientierungshilfe: Hier landen – unabhängig von Verkaufszahlen – nur die Bücher, die zu lesen sich lohnt. Im Karlsruher Literaturhaus diskutieren unter der Moderation von Carsten Otte (oben links) die Literaturkritiker*innen Daniela Strigl (oben rechts), Beate Tröger (unten links) und Hubert Winkels (unten rechts) über empfehlenswerte Bücher. Es lesen Isabelle Demey und Sebastian Mirow.
4_ Thomas_Mann_Der_Zauberberg : © MLO
gewann Thomas Mann (1875-1955) für seinen „Zauberberg“ (1924) den Nobelpreis für Literatur. Bis heute zählt dieser in 36 Sprachen übersetzte Klassiker zur Weltliteratur. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums beleuchtet die „ARTE“-Dokumentation (2024) das Innenleben des Großromans, der die literarische Moderne prägte. Archivbilder sowie neu gefilmte Szenen lassen die Zuschauer*innen in die Welt von Hans Castorp eintauchen. Thomas Manns Totalitätsprojekt ähnelt einer Röntgenaufnahme der spätbürgerlichen Epoche. Auch Literatur- und Medizinhistoriker*innen kommen in der Dokumentation zu Wort. Anlässlich des 150. Geburtstags des bedeutenden deutschen Schriftstellers zeigen wir im Rahmen des Thomas-Mann-Jahrs 2025 die Dokumentation von André Schäfer und Tabea Sperl.
Einführung und Gespräch: Prof. Dr. Stefan Scherer (Department für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft, Institut für Germanistik, KIT) und Miriam Schabinger (Literarische Gesellschaft)
Wie können wir im heutigen Zeitalter der Entfremdung durch politische Spaltungen und Zugehörigkeitskämpfe in den modernen Medien noch in Gemeinschaft treten? In seinem Sachbuch baut Simon Strauß um die Kleinstadt Prenzlau eine Fallstudie auf, in der gezeigt wird, wie demokratische Gemeinschaft gelingen oder scheitern kann. Demokratisch zu leben bedeutet dabei nicht, einfach nur wählen zu gehen, sondern auch Konflikte auszutragen, Kompromisse zu finden, mit seinem Gegenüber in Kontakt zu treten. Simon Strauß verbindet mit Blick auf antike Gesellschaften und deren Gesellschaftskonzepte die Perspektive der Altertumswissenschaften mit unserer Gegenwart.
Simon Strauß (*1988) studierte Altertums- und Geschichtswissenschaften und wurde promoviert. Neben seinen Tätigkeiten als FAZ-Redakteur, Podcast-Moderator und Podcast-Produzent ist er schriftstellerisch aktiv. Für seinen Debütroman „Sieben Nächte“ erhielt er 2017 den Debütpreis des Lübecker Buddenbrookhauses. Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins „Arbeit an Europa e.V.“
Spenden sind willkommen:
Spendenkonto
Literarische Gesellschaft e.V.
Sparkasse Karlsruhe
IBAN: DE50 6605 0101 0108 3071 41
Kultur ist für jede*n! Kein Mensch soll vom kulturellen Angebot ausgeschlossen sein. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung wird eine Führung in Einfacher Sprache durch das Karlsruher Museum für Literatur angeboten.
4_ Judith_Schalansky_ c_Sven Gatter : Judith Schalansky: © Sven Gatter
Judith Schalanskys poetischer Essay „Schwankende Kanarien“ (2023) ist ein Spiel mit dem sprichwörtlichen „canary in the coal mine“, der einst Bergarbeiter vor Sauerstoffmangel warnte. Schalansky setzt sich mit den metaphorischen und konkreten Frühwarnsystemen der Menschheit auseinander, die angesichts zunehmender ökologischer Krisen so dringlich wie unzulänglich erscheinen. Welche Mythen und Metaphern brauchen wir, um der Erzählung vom Weltende zu widerstehen?
Zudem gibt Judith Schalansky Einblicke in die seit 2013 von ihr herausgegebene Buchreihe „Naturkunden“. Sie erzählt von der Natur, den Tieren, den Pflanzen, dem Menschen, von Himmel und von Erde. Es wird keine bloße Wissenschaft betrieben, sondern die leidenschaftliche Erforschung der Welt, im Bewusstsein, dass sie vor allem vom Menschen erzählt.
Judith Schalansky (*1980) ist Autorin, Buchgestalterin und Herausgeberin. Ihre Bücher wurden in mehr als 25 Sprachen übersetzt. 2019 war sie Poetik-Dozentin an der Universität Tübingen, wurde in die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz gewählt und in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Judith Schalansky ist vielfach ausgezeichnet. 2023 erhielt sie für „Schwankende Kanarien“ den Wortmeldungen-Literaturpreis. Sie ist Mitgründerin des PEN Berlin.
Durch Vermittlung seines Kompositionslehrers Carl Friedrich Zelter wurde Felix Mendelssohn Bartholdy, ein musikalisches Wunderkind, bereits als Zwölfjähriger in Goethes Haus eingeführt. Über die Begegnung äußert sich Mendelssohn in ausführlichen Briefen an die Familie. Die persönliche Verbindung zu Goethe bestand bis zu dessen Tod. Auch im kompositorischen Werk Mendelssohns spielt der Dichter eine Rolle: Neben Liedern auf Gedichte Goethes schrieb Mendelssohn, angeregt durch die Gedichte „Meeresstille“ und „Glückliche Fahrt“, die Ouverture op. 27 und vertonte die Ballade „Die erste Walpurgisnacht“ als op. 60 für Chor und Orchester.
Leif Randts fünftes Buch „Let’s talk about Feelings“ (2025) ist ein Coming-of-Middleage-Roman über seine Generation: Der 41-jährige Marian Flanders verkauft in seiner Westberliner Boutique finanziell wenig erfolgreich Männermode. Nach dem Tod seiner Mutter erwartet er, dass nun der freudlosere Teil seines Lebens beginnt, doch es folgen ein Jahr voller Verwandlung und Reisen durch Japan, Indien und Wolfsburg. Eine Fortsetzung der Popliteratur?
Leif Randt (*1983) veröffentlichte zuletzt den erfolgreichen Roman „Allegro Pastell“ (2020), der verfilmt wird. Seine Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023).
Paul Maar (*1937) ist Kinderbuchautor, Illustrator, Übersetzer, Drehbuch- und Theaterautor. Bekannt wurde er 1973 durch die Kinderbücher rund um das „Sams“. Daneben schrieb er viele Klassiker der „Augsburger Puppenkiste“. Paul Maar wurde u.a. 1987 mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für sein Gesamtwerk und 2024 dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Anlässlich seines 80. Geburtstags wurde 2017 der Nachwuchspreis für deutschsprachige Autorinnen und Autoren der Kinder- und Jugendliteratur in Korbinian – Paul-Maar-Preis umbenannt. Zahlreiche Schulen wurden schon zu seinen Lebzeiten nach ihm benannt. Für 2027 ist in Hallstadt die Eröffnung eines Museums, das sich seinem Werk und seiner Person widmet, geplant.
Paul_Maar3_DasSchiefeMaerchen: Paul Maar Trio: © Das Schiefe Märchen Trio
In Begleitung der Musiker Wolfgang Stute (Gitarre, Perkussion) und Konrad Haas (Keyboard, Flöte, Saxofon) stellt Paul Maar sein Buch „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“ (2016) vor – eine Mischung aus Sprachkunst und klangvoller Musik, allesamt Eigenkompositionen. Nicht nur für Kinder ab 6 Jahren.
Ob KI-verliebte IT-Experten, die fortschrittgläubig der Intelligenz von Silizium huldigen, oder Liebhaber wilder Natur, die seit jeher im dunklen Wald ein Kribbeln im Nacken verspüren … Nadja Harsch und Thomas Heitlinger entführen in eine Welt, in der Science-Fiction-Fans auf ihre Kosten kommen! Gemeinsam muss sich folgenden Fragen gestellt werden: Haben Maschinen eine Seele? Und wer ist am Ende gefährlicher – reale Monster? Cybermonster? Oder doch die inneren, bei denen Fluchtversuche zwecklos sind ...
Thomas Heitlinger präsentiert seinen zweiten Kurzgeschichtenband „Schlangenfraß“. Die im Stil der schwarzhumorigen amerikanischen Short Story geschriebenen Geschichten folgen Autoren wie Frederic Brown (ein Star-Trek-Autor der 60er Jahre), Stanisław Lem oder Isaac Asimov als Vordenker von technischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen. Andere könnten der Tradition von Poe oder Lovecraft oder eben einem eigenen Thomas-Heitlinger-Stil zugeordnet werden. Immerhin sind bereits 20 Geschichten aus seinen Sammlungen in der renommierten Zeitschrift „c’t“ erschienen.
Im Roman „Urwaldgeflüster“ von Nadja Harsch geht es um einen Wissenschaftler, dessen Traum es ist, Millionen von Menschen in Zukunft vor kriegsbedingtem Leid und Tod zu bewahren. Doch der Tod kommt schneller als gedacht, und am Ende kann sich jeder nur selbst retten.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Werden Kabarettisten und Literaten auch in der Zukunft noch ihren Platz finden? In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenzen in Sekundenschnelle Texte schreiben? Ist das Ende der Autor*innen nicht schon längst eingeläutet? Es geht an diesem Abend um Möglichkeiten und um Abstrusitäten unseres Lebens in Gegenwart und Zukunft. Gunzi Heil spielt und singt, Markus Orths liest vor – beide schreiben und improvisieren live am Abend. Es geht um das, was Kunst zu Kunst macht. Menschliche Existenz trifft auf Künstliche Intelligenz: Es wird heiter, nachdenklich und ein wenig experimentell.
Markus Orths wurde 1969 in Viersen geboren, studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik und lebt in Karlsruhe. Bislang erschienen sechzehn Bücher sowie zahlreiche Hörspiele. Im Frühjahr 2026 erscheint sein neuer Roman „Shandy“. Markus Orths hielt Poetikvorlesungen in Paderborn (2017) und Bamberg (2018).
Gunzi Heil wurde in Karlsruhe geboren und studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte. Heil ist als Musiker, Kabarettist und Literat tätig und bildet zusammen mit Marus Dürr das Ensemble „Die Poppets“. Mit Annette und Postel und Joe Völker tritt er seit Jahren in der Show „Blond 2 – Frisch getönt“ auf.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Der 16-jährige Viktor hat es nicht leicht. Um den heftigen Streitereien seiner Eltern zu entfliehen, schafft er sich eine eigene Welt des Schönen und entwickelt eine Leidenschaft fürs Malen. Nach dem Auszug von Mutter und Schwestern bleibt er allein mit dem Vater zurück, der den Schmerz über den geplatzten Traum einer Großfamilie im Alkohol ertränkt. Viktor bewirbt sich erfolgreich an der Kunstakademie, muss sich aber gegen die Demütigungen des Vaters zur Wehr setzen, der Viktors Berufswunsch ablehnt. Im Kampf um Anerkennung, zwischen Verständnis und Hass schwankend, entwickelt sich Viktor zu einem eigenwilligen Maler. Dabei unterstützen ihn sein Professor sowie das Aktmodell Irm. In den Kneipengesprächen der Kunststudenten spiegelt sich der Zeitgeist der 80er Jahre.
Volker Kaminski stellt seinen neuen Roman vor, im Zwiegespräch mit Michael Rickelt, der in seinen Cartoons das Thema Kunstszene satirisch beleuchtet. Aus der einstigen Schüler-Lehrer-Beziehung hat sich seit langem eine Freundschaft mit regem Austausch entwickelt.
Volker Kaminski wurde 1958 in Karlsruhe geboren und lebt in Berlin. Er studierte Germanistik und Philosophie und veröffentlicht Romane und Erzählungen. Er erhielt u.a. das Alfred-Döblin-Stipendium und das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Darüber hinaus lehrt er Creative Writing.
Michael Rickelt wurde in Berlin geboren und studierte an der Kunstakademie Karlsruhe Malerei und Graphik. Nach dem Examen als Kunsterzieher unterrichtete er am Helmholtz-Gymnasium, wo Volker Kaminski sein Schüler war. Rickelt nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, wobei er sich künstlerisch zunehmend dem Cartoon widmete (Künstlername MIRK).
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Martina Bilke (l.): © privat
Martine Lombard (r.): © privat
Martina Bilke (l.) und Martine Lombard (r.), zwei Autorinnen der GEDOK Karlsruhe, besuchten mehrere Jahre lang jeden ersten Montag im Monat die Darmstädter Textwerkstatt von Kurt Drawert. Für die beiden ist daraus die Veröffentlichung ausgewählter Texte in der Anthologie „Risse und Welt“ hervorgegangen, die anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Textwerkstatt herausgegeben wurde.
Doch was hat den beiden Autorinnen diese Textwerkstatt darüber hinaus gebracht? Inwiefern hat sich durch die Teilnahme ihre bisherige Arbeit am Text verändert? Wie hat die Werkstatt ihr Schreiben beeinflusst? Hat sie Auswirkungen auf Themenwahl oder eher auf das Handwerk? Was macht die Schriftsprache zur Literatur bzw. zu einem belletristischen Text? Die Antworten auf diese Fragen sind für Kolleg*innen spannend und können Leser*innen einen reicheren Zugang zur Literatur eröffnen.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft in Kooperation mit der GEDOK Karlsruhe e.V. im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Janis steckt mitten im Findungsprozess seiner Geschlechtsidentität. Durch die geplante Transition zum Mann und den Umzug nach Berlin soll alles anders werden. Doch er muss feststellen, dass sich alte Selbstzweifel nicht so einfach überwinden lassen. Mit Irina hatte er erstmals befriedigenden Sex erlebt – und diesen mit der großen Liebe verwechselt. Doch kurz vor dem ersten Schritt zur Geschlechtsumwandlung bekommt Janis Zweifel und fragt sich, ob Irina eventuell nur auf weibliche Körper steht. Und dann ist da noch Schickse, die die Heteronormativität gänzlich außer Kraft setzt.
Varina Walenda, geboren 1988 in Heidelberg, lebt nach einem Medizinstudium in Marburg seit 2014 in Berlin. Sie arbeitet als Assistenzärztin in der Psychiatrie und dort vor allem mit LGBT- und transsexuellen Menschen. Walenda ist aber auch künstlerisch tätig. 2023 erschien ihr Debütroman „Dopamin & Pseudoretten“ (2023) über die Suche nach Liebe und (Geschlechts-)Identität. Der Roman liefert damit einen facettenreichen Einblick in die Realitäten von Trans*Menschen und ebenso einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt zeitgenössischer Literatur.
Anmeldung unter veranstaltungen@literaturmuseum.de oder 0721/96498837 oder Ticketverkauf beim Gottesauer Eck und der Stephanus-Buchhandlung
Eine Kooperationsveranstaltung der Literarischen Gesellschaft mit dem Gottesauer Eck im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Doris Vogel, geboren 1988, studierte Kunsterziehung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und Germanistik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Kunsterzieherin, Malerin und Lyrikerin widmete ihr Lyrikdebüt „Dieses Buch gehört dem König 2.0“ (2024) der Rock ’n’ Roll-Legende Elvis Presley. Ihr Lyrikdebüt stand auf der Shortlist des Anna-Haag-Preises des Förderkreises der Schriftsteller*innen in Baden-Württemberg.
Silke Stamm, 1968 geboren, studierte Mathematik und Physik. 2013 wurde sie mit dem Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg ausgezeichnet. Die Protagonistin ihres Romans „Hohe Berge“ (2022) bricht als einzige Frau unter fünf fremden Männern ins Schweizer Hochgebirge auf und wird Teil eines fragilen Gefüges, das aufeinander angewiesen ist. 2020 erhielt sie für einen Auszug aus „Hohe Berge“ den Hamburger Literaturpreis.
Frieda Paris, geboren 1986 in Ulm, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie Sprachkunst in Wien und Paris. Die Hörspielautorin und Lyrikerin arbeitet in ihrem Lyrikdebüt „Nachwasser“ (2024) die Werke der Lyrikerin Friederike Mayröcker auf und erweitert so die Lyrikfragmente zu einem eindrucksvollen Langgedicht. „Nachwasser“ wurde 2025 mit dem Debütpreis des Österreichischen Buchpreises ausgezeichnet.
Simone Kucher, 1973 geboren, schrieb nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Gender Studies und der Neueren deutschen Literatur Theaterstücke und Hörspiele. In ihrem Romandebüt „Die lichten Sommer“ (2024) erzählt sie die Geschichte von Freundschaft, Entfremdung und Sprachlosigkeit zwischen den Generationen nach der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus den tschechischen Gebieten nach Kriegsende.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Als Influencerin Anouk eine neue Mitbewohnerin sucht, sieht die unscheinbare Delia darin die perfekte Gelegenheit für einen Neuanfang. Sie zieht als Lilly ein und will endlich die werden, die sie immer sein wollte: eine selbstbewusste Bühnenautorin. Anouk wiederum glaubt, Lilly für ihre eigenen Zwecke nutzen zu können, und lässt sie immer mehr in ihr Leben. Schnell entsteht zwischen den beiden eine Beziehung, die beide dazu bringt, ihre Vorstellungen von Erfolg und Selbstverwirklichung zu hinterfragen – und die vielleicht sogar zu einer echten Freundschaft werden kann.
In entspannter Atmosphäre im Café Gazebo liest Joana June aus ihrem Debütroman „Bestie“ (2025) und gibt Einblicke in Figuren und Themen. Bei Getränken und kleinen Snacks bleibt Raum für Fragen und lockeren Austausch.
Joana June, 1996 in München geboren, studierte Theorien und Praktiken professionellen Schreibens in Köln. Auf Social Media teilt sie unter @joanajune_ Buchempfehlungen und ihren Schreibprozess mit einer engagierten Community. Ihre YouTube-Videos wurden mehr als 2,6 Millionen Mal aufgerufen.
Eine Kooperationsveranstaltung der Literarischen Gesellschaft mit dem Café Gazebo im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
Begrüßung durch
Claus Caesar, Schauspieldirektor
Dr. Albert Käuflein, Bürgermeister der Stadt Karlsruhe
Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Literarische Gesellschaft Karlsruhe
Auch 2025 werden die Literaturtage Karlsruhe klassisch mit dem Poetry Slam „Dead and Alive“ im Badischen Staatstheater Karlsruhe eröffnet. Drei Teams bestehend aus hochlebendigen Slammer*innen und toten Dichter*innen treten auf der Bühne im Kleinen Haus gegeneinander an. Ein Wettkampf um Sprache, Inhalt und Witz. Auf der einen Seite werden kanonische Werke als auch längst vergessene Texte großer, epochemachender Schriftsteller*innen von Schauspieler*innen des Badischen Staatstheater Karlsruhe auf die Bühne gebracht, auf der anderen Seite die Texte der lebendigen Slammer*innen. Das Publikum ist Schiedsrichter und entscheidet, welches Team aus Toten und Lebenden den Sieg davonträgt. Moderation: Philipp Herold (l.) und Moritz Konrad (r.).
Philipp Herold (l.): © Gerard Fass,
Moritz Konrad (r.): © Natalie Friedrich
Anmeldung unter 0721/933333
Weitere Informationen: www.staatstheater.karlsruhe.de
Im Rahmen der Literaturtage Karlsruhe 2025.
„Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit“ –
Heldengeschichten und Göttersagen zu den Figuren am Moningerhaus
Die Zeiten, als das Eckgebäude am Karlsruher Europaplatz ein beliebtes Lokal war, benannt nach dem Bier, das dort ausgeschenkt wurde, sind lange vorbei. Zwar ist die alte Fassade geblieben, aber dank wechselnder Bauzäune nimmt kaum jemand Notiz von ihrem Schmuck. Dabei erzählen die dargestellten Götter und ihre Boten, die Helden und die mörderischen Wesen von alten mæren, die im 13. Jahrhundert in altisländischen Liedern verschriftlicht wurden und die bis heute in vielfältiger Rezeption fortleben.
Nachholtermin des im September 2024 ausgefallenen Vortrags.
Dr. Ursula Degen ist 2. Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Karlsruhe e.V.
„Silent Reading“
Vom 23. bis 26. September 2025 veranstaltet die Stadtbibliothek Karlsruhe eine „New-Adult-Woche“ für junge Erwachsene. Ausgelöst durch das Phänomen BookTok, eine Sparte auf der Plattform TikTok, boomt dieses neue Genre der Belletristik, das sich an junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren richtet und Themen wie das Erwachsenwerden, Selbstfindung, die erste Liebe und Beziehungserfahrungen aufgreift.
Im Rahmen der Woche findet in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft und weiteren Karlsruher (Kultur-)Institutionen ein Silent Reading statt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, einer Einführung rund um das Thema „New Adult“ und ein paar Buch-Geheimtipps können es sich die jungen Lesenden mit einer Tasse Tee und einem Buch bequem machen: In entspannter Atmosphäre wird still gelesen und die gemeinsame Ruhe genossen. Ob Roman, Sachbuch oder Gedichtband – alles ist willkommen!
Eine Veranstaltung der Stadtbibliothek Karlsruhe in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft, der Kinemathek, der Stephanus Buchhandlung und QBeKA Queere Bewegung Karlsruhe e.V.
Eine einzigartige Nacht voller Entdeckungen und Erlebnisse: Wie immer am ersten Samstag im August werden die Karlsruher Museen Treffpunkte für Kulturfreund*innen aus nah und fern. Am 2. August hat auch das Museum für Literatur im PrinzMaxPalais abends seine Türen geöffnet. Das diesjährige Motto der KAMUNA lautet „Wissen schafft Vielfalt“. Die Literarische Gesellschaft präsentiert um
19 Uhr Arno Camenisch – ein unvergleichlicher melancholisch-humorvoller Sound
„Seine Lesungen sind Kult” (Hessischer Rundfunk)
Der Schweizer Autor und Performer Arno Camenisch liest ein „Best of” aus seinen Büchern und Spoken Word Texte – frische, witzige und skurrile Geschichten mitten aus dem Leben gegriffen, die einem direkt ans Herz gehen. Und mit der gleichen Originalität, mit der Arno Camenisch seine Wort- und Bildersprache kreiert, trägt er auch seine Texte vor – in seinem unvergleichlichen, melancholisch-humorvollen „Camenisch-Sound”.
Tickets: An den Museumskassen der beteiligten KAMUNA-Institutionen, an der Tourist Information Karlsruhe sowie über das Ticketportal Reservix. Weitere Informationen unter www.kamuna.de
Moderation: Martin Wacker
„Tod am Taj Mahal“ ist der dritte Band einer Serie um die deutsche Ingenieurin Dr. Cora Remy, die gemeinsam mit ihrem indischen Freund Ganesh ein Komplott um die indische Sandmafia aufdeckt. Was hat es mit dem Taj Mahal, dem wohl schönsten Bauwerk der Erde, auf sich? Welche Geheimnisse sind in den unterirdischen Verliesen verborgen? Eine rasante Reise vom Himalaya an die pakistanische Grenze, vom Taj Mahal in den größten Slum Asiens mitten in Mumbai! Dr. Manuel Vermeer beschreibt in seinem Kriminalroman die politischen Zusammenhänge der Region, Kultur und Religion. Die Heldin des Buches, Dr. Cora Remy, war bereits in den beiden Vorgänger-Bänden erfolgreich in Asien. Ein vierter Teil der spannenden, erfolgreichen, seriös recherchierten Reihe, die viel Wissen über Indien vermittelt, ist geplant.
Dr. Manuel Vermeer studierte moderne und klassische Sinologie sowie spanische Romanistik an der Universität Heidelberg und an der Shanghai International Studies University. Er wurde an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zu einem Thema moderner chinesischer Wirtschaftspolitik promoviert. Am Ostasieninstitut der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen, das er mitbegründete, lehrt Manuel Vermeer seit 1988 u.a. im Bereich chinesische Sprache (Fachsprache Wirtschaft), Kultur und Wirtschaft sowie International Management. Als beeidigter Übersetzer und Dolmetscher begleitete er für die Bundesregierung unter Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl zwei chinesische Staatsbesuche. Dr. Manuel Vermeer ist Visiting Professor der Somaiya University, Mumbai, Indien. Der gebürtige Westfale, Sohn einer indischen Mutter und eines deutschen Vaters, berät seit 30 Jahren europäische und asiatische Unternehmen und Politiker*innen strategisch im China-, Indien- und Europageschäft.
Eine Veranstaltung der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft im Rahmen der India Summer Days 2025.
Neues aus der Poetry-Slam-Szene versprechen alljährlich die von der Literarischen Gesellschaft verantworteten Slam-Auftritte auf der Kulturbühne. Natalie Friedrich aus Malsch und Nik Salsflausen aus Esslingen sind feste Größen in der Szene und haben wie ihre Kolleg*innen Florian Wintels sowie Gina Walter einschlägige Titel wie Landes- oder Bundesmeisterschaften in ihrer Sammlung. Matthias Walz moderiert den unterhaltsamen Wortfluss, der durch die Singer-Songwriterin Marie Diot musikalisch aufgelockert wird.
Nathalie Friedrich: © Yasmin Abbas, Nils Salsflausen: © Marvin Ruppert
Florian Wintels: © Marvin Ruppert, Gina Walter: © Spoken Word Biel, Marie Diot: © Julia Geusch
Moderation: Prof. Dr. Astrid Dröse (KIT, Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien, Department für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Mitte Oktober 1774 kam der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock nach Karlsruhe und verließ die Residenzstadt bei Nacht und Nebel fünf Monate später. Das SPUREN-Heft „Klopstock in Karlsruhe“ erzählt die Geschichte einer verpassten Gelegenheit der deutschen Literaturgeschichte in ihrer entscheidenden Phase. Die SPUREN werden von der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (alim) herausgegeben. Sie erscheinen viermal im Jahr und präsentieren literarische Schauplätze und Begegnungen im deutschen Südwesten.
Dirk Werle ist Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt frühe Neuzeit an der Universität Heidelberg. Nach seinem Studium der Germanistik, Latinistik und Philosophie an den Universitäten in Freiburg, Pisa und Berlin wurde er 2005 mit einer literaturwissenschaftlichen Arbeit zur Problemgeschichte imaginierter Bibliotheken 1580–1630 promoviert und 2012 mit der Arbeit „Ruhm und Moderne. Eine Ideengeschichte (1750–1930)“ habilitiert.
Hans-Joachim Kertscher (Halle)
„‘Ihr nennt ihn euer und ihr dankt und jauchzt‘. Goethe-Jubiläen zwischen 1849 und 1949“
Goethe-Jubiläen sind immer auch ein Spiegel der Zeit, in der sie stattfinden. So wurde der 100. Geburtstag des Dichters in Berlin nur in kleinem Rahmen festlich begangen. Das änderte sich nach der Gründung des Kaiserreiches 1871. Bismarck wollte die Einheit von Macht und Geist demonstrieren. Deshalb wurde der 150. Geburtstag Goethes in dessen Geburtsstadt mit großem Pomp gewürdigt. Allerdings distanzierten sich große Teile der linken Intellektuellen und der Arbeiterschaft von solchen Bekenntnissen. Auch in der Weimarer Republik erklärten diese Gruppierungen Feierlichkeiten zum 100. Todestag des Dichters für überflüssig, konnten aber nicht verhindern, dass sie 1932 in Weimar stattfanden. Thomas Mann war derjenige, der sich in zahlreichen Vorträgen gegen die aufkommende Nazi-Barbarei wandte. Das nächste anstehende Goethe-Jubiläum, der 200. Geburtstag, stand dann im Zeichen der zwei sich konstituierenden deutschen Staaten.
Neu erschienene Erzählung zum 91. Geburtstag – sein vielleicht persönlichstes Buch
fand erstmals eine Dichterstunde mit Adolf Muschg in Karlsruhe statt. Auch in späteren Jahrzehnten war der bekannteste Autor der Schweiz häufig zu Lesungen zu Gast. 1980 gehörte Adolf Muschg zu den Mitbegründern der „allmende. Eine alemannische Zeitschrift“ zusammen mit Martin Walser, André Weckmann, Hermann Bausinger und Manfred Bosch.
Adolf Muschg, geboren am 13. Mai 1934 in Zollikon (Schweiz), studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Zürich und Cambridge und wurde 1959 bei Emil Staiger über Ernst Barlach promoviert. Von 1970 bis 1999 lehrte er als Professor für deutsche Sprache und Literatur an der ETH Zürich. Von 2003 bis 2006 war er Präsident der Akademie der Künste Berlin, später Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Muschg veröffentlichte zahlreiche Romane, Essays, Erzählungen, Studien und erhielt den Hermann-Hesse-Preis 1974 (für den Roman „Albissers Grund“), den Georg Büchner-Preis 1994 und den Grimmelshausen-Preis 2001 (für „Sutters Glück“).
Die neu erschienene, sehr rührende Erzählung „Nicht mein Leben“ (2025) handelt von Wahrheit und Lüge im Leben und Lieben des achtzigjährigen August Mormann. Der zunehmend fragile ehemalige schweizerische Griechischlehrer und passionierte Autor von Essays über Europa sucht sich eine Grabstätte auf einem Zürcher Friedhof. Der Schriftsteller spielt mit biographischen Parallelen und der mehrdeutige Romantitel wirft die Frage auf: Schrieb Adolf Muschg ein Buch über sich selbst?
Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Amon Göth, ehemaliger KZ-Kommandant des Konzentrationslagers Plaszów, ist den meisten durch Steven Spielbergs Spielfilm „Schindlers Liste“ bekannt. Er war einer der skrupellosesten und gewalttätigsten Massenmörder des Nationalsozialismus und wurde im Zuge seiner Straftaten 1946 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehängt – am Galgen hob er zum Abschluss die Hand zum Hitlergruß. Als Jennifer Teege im Alter von 38 Jahren durch Zufall in der Hamburger Zentralbibliothek herausfindet, dass sie die Enkelin Göths und dessen Lebensgefährtin Ruth Irene Kalder ist, gerät sie in eine Sinn- und Lebenskrise. Teege hatte als junge Frau in Israel gelebt, studiert, war bereits damals der hebräischen Sprache mächtig und besaß deshalb eine enge Verbindung zum jüdischen Volk. Wie konnte sie mit ihrem neu gewonnen Wissen Menschen jüdischen Glaubens noch unter die Augen treten? Was ändert es an ihr als Person? Gemeinsam mit Journalistin Nikola Sellmair suchte sie Orte und Personen aus der Vergangenheit auf und begann so, sich ihrer Fesseln zu entledigen – ein Prozess, der jahrelang brauchte.
Jennifer Teege ist die Tochter einer Deutschen und eines Nigerianers. In München geboren, wurde sie direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben und im Alter von sieben Jahren von einer deutschen Familie adoptiert. Nach einem Aufenthalt in Frankreich und einem Studium in Israel lebt Teege heute als Schriftstellerin und Werbetexterin in Hamburg. Ihre Autobiographie „Amon. Mein Großvater hätte mich erschossen“ ist ein international bekannter Bestseller und wurde in 15 Sprachen übersetzt. 2019 wurde sie von Margaret Busby in die Anthologie „New Daughters of Africa“ aufgenommen.
Das diesjährige Motto der 11. KinderLiteraturtage Karlsruhe ist „that¢s me! Leben in Vielfalt. Mein Körper, meine Familie und mein Glück“. That¢s me, das bin ich, das macht mich aus. Wenn das nur immer so einfach zu definieren wäre. Anlässlich dieser existenziellen Überlegungen begrüßt die Literarische Gesellschaft dieses Jahr zwei Autorinnen sowie zwei Street-Art-Künstlerinnen bei sich im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais.
Du fragst dich, wie Mangas, die japanischen Comics, entstehen? Du wüsstest gerne, wie man sie zeichnet, wo man anfängt? Azure, Street-Art Künstlerin, und Orélia, spezialisiert auf Zeichnungen im Comic Stil, verraten es dir in ihrem Manga-Workshop im PrinzMaxPalais. Lass dir von ihnen zeigen, wie ein Storyboard entsteht und wie man Einzelbilder im japanischen Stil gestaltet. Diese wirst du im Anschluss mit Comic-Markern (speziellen Stifte, die auch die Profis verwenden) colorieren. Dabei kannst du eigene Ideen, Erlebnisse und Erfahrungen mit- und einbringen, eben ganz nach dem Motto: that´s me.
Zielgruppe: 12 bis 16 Jahre
Anmeldung erforderlich unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/96498836
Das diesjährige Motto der 11. KinderLiteraturtage Karlsruhe ist „that¢s me! Leben in Vielfalt. Mein Körper, meine Familie und mein Glück“. That¢s me, das bin ich, das macht mich aus. Wenn das nur immer so einfach zu definieren wäre. Anlässlich dieser existenziellen Überlegungen begrüßt die Literarische Gesellschaft dieses Jahr zwei Autorinnen sowie zwei Street-Art-Künstlerinnen bei sich im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais.
Dessi aus Anna Dimitrovas Roman „Kanak Kids“, kann von sich nicht mit Selbstvertrauen behaupten: “That´s me”. Die Bulgarin hat nicht nur ein Ich, sondern zwei, passt ihre Persönlichkeit ihrem sozialen Umfeld an. Daheim, im Münchner Stadtteil Neuperlach, der bekannt ist für seinen hohen Ausländer- und Arbeitslosenanteil, ist sie das ‚Kanak Kid‘, trägt Jogginghose. Im Fotoautomat bei der U-Bahn, auf dem Weg zur Schule, verwandelt sich Dessi allerdings in Daisy. Dessi zieht eine blonde Perücke auf, trägt blaue Kontaktlinsen und ist sehr darauf bedacht, bei ihren deutschen und größtenteils wohlhabenden Mitschülern nur ja nicht aufzufallen. Sie hält ihre beiden Leben und Freundeskreise strikt voneinander getrennt. Das funktioniert recht gut, bis ein neuer Mitschüler in ihre Klasse kommt. Mit Schrecken muss Dessi feststellen, dass er auch noch ihr neuer Nachbar ist. Nun gibt es also eine Person, die von Dessis Doppelleben weiß – die finale Zutat für eine absolute Katastrophe.
Anna Dimitrova wurde 1998 in Sofia geboren und studierte Drehbuch in München. Ihr erster deutschsprachiger Roman „Kanak Kids“ erschien 2024 und wurde im März 2025 von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2025 erschien ihr neuester Roman „People Pleaser. Eine für alle und alle für sich“.
Für Jugendliche ab Klasse 8 (14 Jahre).
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Matthias Walz unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/96498836.
Das diesjährige Motto der 11. KinderLiteraturtage Karlsruhe ist „that¢s me! Leben in Vielfalt. Mein Körper, meine Familie und mein Glück“. That¢s me, das bin ich, das macht mich aus. Wenn das nur immer so einfach zu definieren wäre. Anlässlich dieser existenziellen Überlegungen begrüßt die Literarische Gesellschaft dieses Jahr zwei Autorinnen sowie zwei Street-Art-Künstlerinnen bei sich im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais.
Schullesung
Im Leben des Hauptcharakters Nits ist die Frage, wer er ist, soweit geklärt. Viel dringender präsentiert sich allerdings das Mysterium Mischa, Nits’ bester Freund. Es stellt sich nämlich heraus, dass Mischa in einer Wohnung mit karger Einrichtung und praktisch leerem Kühlschrank lebt, was Nits zu der Frage führt, warum in aller Welt er ihm nichts davon erzählt hat und was er noch alles vor ihm geheim hält.
Stefanie Höfler wurde 1978 in Leonberg geboren und erhielt 1998 am Johannes-Kepler-Gymnasium Leonberg den Scheffel-Preis. Anschließend studierte sie Germanistik, Anglistik und Skandinavistik in Freiburg und Dundee (Schottland). Sie arbeitet als Lehrerin und Theaterpädagogin und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Ihr Jugendroman „Feuerwanzen lügen nicht“ wurde von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2023 nominiert.
Für Kinder ab Klasse 6 (12 Jahre).
Interessierte Schulen wenden sich bitte an Matthias Walz unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/96498836.
Das diesjährige Motto der 11. KinderLiteraturtage Karlsruhe ist „that¢s me! Leben in Vielfalt. Mein Körper, meine Familie und mein Glück“. That¢s me, das bin ich, das macht mich aus. Wenn das nur immer so einfach zu definieren wäre. Anlässlich dieser existenziellen Überlegungen begrüßt die Literarische Gesellschaft dieses Jahr zwei Autorinnen sowie zwei Street-Art-Künstlerinnen bei sich im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais.
Im Rahmen der Preisverleihung stellen die Preisträger*innen ihre Texte in einer öffentlichen Lesung vor. Das Thema des Schreibwettbewerbs für junge Menschen im Alter von 15-21 Jahren lautet in diesem Jahr: „Ich“. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Kinderliteraturtage Karlsruhe (KLiK) statt. Der Prosapreis JuLi | Junge Literatur war 2025 bereits zum neunten Mal von der GEDOK Karlsruhe, die Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe ausgeschrieben.
Das diesjährige Motto der 11. KinderLiteraturtage Karlsruhe ist „that¢s me! Leben in Vielfalt. Mein Körper, meine Familie und mein Glück“. That¢s me, das bin ich, das macht mich aus. Wenn das nur immer so einfach zu definieren wäre. Anlässlich dieser existenziellen Überlegungen begrüßt die Literarische Gesellschaft dieses Jahr zwei Autorinnen sowie zwei Street-Art-Künstlerinnen bei sich im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais.
Ricarda Lang wurde 2012 am Hölderlin-Gymnasium Nürtingen mit dem Scheffel-Preis ausgezeichnet. Heute tritt sie politisch vor allem für soziale Gerechtigkeit ein. Wie führte sie der Weg in die Politik? Welche Bedeutung hat der Scheffel-Preis rückblickend für sie? Im Gespräch mit Prof. Schmidt-Bergmann wird sie diesen und weiteren Fragen auf den Grund gehen.
Ricarda Lang, geboren 1994 in Filderstadt, studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und Berlin. Zwischen 2015 und 2019 war sie im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND, von 2017 bis 2019 als Bundessprecherin. Von 2019 bis 2022 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Partei von Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Zwischen Februar 2022 und November 2024 war sie Parteivorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Seit 2021 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestags.
Vortrag
jährt sich der 150. Todestag Eduard Mörikes (1804-1875), der zu den größten deutschen Dichtern des 19. Jahrhunderts gehört. Ein bisschen weltfremd schaut der schwäbische Poet auf den alten Fotos drein, hinter kleinen runden Brillengläsern, ein Idyllenschreiber, der sich mit 39 Jahren pensionieren lässt, froh, dem Brotberuf des Pfarrers entkommen zu sein. In Wahrheit hat seine Dichtung nichts mit Idylle zu tun. Jedes Wort ist dem drückenden Alltag, einer großen Lebensängstlichkeit, der nie verwundenen Jugendliebe abgetrotzt. Das aber macht seine Lyrik so kostbar. Sie ist geprägt von einem zarten, schwermütigen, doch stets humoristischen Grundton. Mörikes Bewusstsein für Form und Schönheit haben Komponisten wie Schumann und Hugo Wolf angeregt, seine Gedichte zu vertonen. Es sind seine zwischen Traum und Wachheit, Plauderton und tiefer Abgründigkeit oszillierenden Verse, die uns heute noch anrühren und die nicht aufhören, uns zu beschäftigen.
Maren Wursters Roman „Hier bleiben können wir auch nicht“ (2025) handelt von drei Frauen – verschiedenen Generationen angehörend – auf der Suche nach Freiheit und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Die Protagonistin Gesa zieht mit ihrer Tochter Marie weg aus der Stadt und sucht Zuflucht in einer Landkommune, um das urbane Leben und die ständige Abhängigkeit vom Digitalen hinter sich zu lassen. Dieser dystopische Roman kreist um die Frage, inwiefern durch Widerstand ein anderes, besseres Leben möglich ist.
Maren Wurster, geboren 1976 in Filderstadt, studierte Philosophie, Literatur- und Filmwissenschaft in Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2017 erschien ihr Debütroman „Das Fell“, 2021 das Memoir „Papa stirbt, Mama auch“. 2022 veröffentlichte sie den Essay „Totenwache. Eine Erfahrung“ sowie den Roman „Eine beiläufige Entscheidung“. Sie schreibt regelmäßig für „Zeit online“ und die „Berliner Zeitung“ und war Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Akzente“ (Nr. 1 / 2023). Maren Wurster war Literaturstipendiatin des Landes Baden-Württemberg 2024.
„Dann klingelte es in der Nacht. Zwei Männer kamen den Vater holen. Es war der 9. November, und der Vater kam ins KZ.“ (Lotte Paepcke)
In ihrer erstmals 1972 erschienenen autobiografischen Erzählung „Ein kleiner Händler, der mein Vater war“ beschreibt Lotte Paepcke das Leben ihres jüdischen Vaters Max Mayer, der als Lederhändler tätig war und als SPD-Mitglied im Freiburger Stadtrat saß. Nach seiner Teilnahme am Ersten Weltkrieg erlebte er die Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus, wurde 1938 für mehrere Monate im KZ Dachau interniert und floh anschließend in die USA. Die neue Auflage feierte ihre Premiere in Freiburg in der Buchhandlung zum Wetzstein und wird nun auch im Museum für Literatur im PrinzMaxPalais durch Ursula Paepcke und Barbara Fleck, die Enkelinnen Lotte Paepckes, präsentiert. Dieser Band wurde von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe gefördert, mit dem Ziel, die Schriften der jüdischen Autorin im Sinne des kulturellen Gedächtnisses, zu wahren.
Lotte Paepcke wurde am 28. Juni 1910 in Freiburg geboren und studierte in Grenoble, Berlin und Freiburg Jura. Aufgrund der jüdischen Abstammung ihres Vaters wurde ihr jedoch das anschließende Referendariat und die Zulassung zum Zweiten Staatsexamen verweigert. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte sie teilweise versteckt; mehrere Verwandte starben in Konzentrationslagern, ihre Eltern emigrierten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erschienen unter anderem ihr Roman „Unter einem fremden Stern“, der die Zeit des Nationalsozialismus thematisiert und „Ein kleiner Händler, der mein Vater war“. 1989 wurde Lotte Paepcke, die als Schriftstellerin, Essayistin und Radioautorin tätig war, mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Sie starb am 9. August 2000 im Alter von 90 Jahren in Karlsruhe.
Es lesen: Ursula Paepke und Barbara Fleck.
Eine literarisch-szenische Performance mit Karin Bruder, Ondine Dietz, Hedi Schulitz, Sabine Stern, Ursula Zetzmann
Improvisation ist angesagt. Karin Bruder (3.v.l.), Ondine Dietz (2.v.l.) und Ursula Zetzmann (r.) werden an einer „Bushaltestelle“ für einen verbalen Schlagabtausch sorgen, der das nicht immer leicht verdauliche Thema „Nachhaltigkeit“ in kleinen Häppchen präsentiert. Tiefernst und humorvoll zugleich geht es um die Fragen: Urlaub, wie und wo? Einkaufen, verpackt oder unverpackt? Kleiderkauf, wie oft und muss es, das neue Stück, immer fabrikneu sein? Wie kann man die achtzigjährige Mutter zum Bus- und Zugfahren überreden? Diese Frage beantwortet literarisch Karin Bruder, während Ondine Dietz ein dystopisch-utopisches (Non) Konsum-Szenario skizziert. Hedi Schulitz (2.v.r.) und Ursula Zetzmann mimen zwei Aktivistinnen der „Fridays-for-future“-Bewegung. Der Dialog zwischen Beiden mündet in die Frage, wie tief der Mensch gehen muss, um die Probleme grundlegend zu lösen. Und mit „Wetterleuchten“ jagt Sabine Stern (l.) dem Publikum einen Klimaschrecken ein.
Karin Bruder: © Anne Cup
Ondine Dietz: © Anna Maria Letsch
Ursula Zetzmann: © privat
Hedi Schulitz: © Anna Maria Letsch
Sabine Stern: © privat
Die GEDOK e.V., die Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen, ist die größte und traditionsreichste interdisziplinäre Künstlerinnenorganisation in Deutschland. Sie wurde 1926 gegründet, um Künstlerinnen aller Sparten zu vertreten, und hat seit 1929 einen ihrer Sitze in Karlsruhe.
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Karlsruhe.
Etwa 2010 in Ostdeutschland: Jella und Yannik erleben die erste große Liebe … bis sich alles verändert und sie sich in einer gewalttätigen Beziehung wiederfinden. Indem sie sich in ihrem alten Kinderzimmer in ihrem Elternhaus an ihre Kindheit und Jugend erinnert, versucht sie einen Zusammenhang herzustellen zwischen ihrem Aufwachsen und ihrer gegenwärtigen Situation. „Die schönste Version“ (2024) beleuchtet mit stilistischer Grandiosität und Radikalität, wie es sich anfühlt, in einem weiblichen Körper in unserer patriarchalen Gesellschaft aufzuwachsen und zu leben.
Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, absolvierte ein Studium am Deutschen Literaturarchiv Leipzig. 2022 war sie mit ihrer Performance „warm/sauber/satt“, welcher im Allitera Verlag erschien, Finalistin des 30. open mike des Hauses für Poesie. 2023 erschienen der Band „wie ich frau bin“ im SuKulTuR Verlag und die Kurzgeschichte Glitzer in DAS GRAMM. Im Juli 2024 erschien ihr Debütroman „Die schönste Version“, welcher am 9. August 2024 auf Platz 16 in der Kategorie ‚Belletristik Hardcover‘ in die „Spiegel“-Bestsellerliste einstieg und kurz darauf in die Longlist des Deutschen Buchpreises aufgenommen wurde. In ihren Texten beschäftigt sie sich immer wieder mit den Tücken weiblicher Sozialisation.
ACHTUNG: Josi Wismar muss krankheitsbedingt absagen!
Die 113. Ausgabe der allmende behandelt den Einfluss des Phänomens BookTok auf die Literaturwelt: Millionen von Lesenden wählen heute ihr nächstes Buch nach den Empfehlungen von Content-Creator:innen auf der Plattform BookTok aus. In den letzten Jahren bildeten sich dabei verstärkt Genres heraus, die präferiert gekauft werden: Insbesondere die Sparten ‚Young Adult‘ und ‚New Adult‘ oder auch ‚Romantasy‘ stechen dabei vor anderen Gattungen wie etwa ‚Dark Academia‘ hervor. Es stellen sich die Fragen: Welchen Einfluss haben Plattformen wie BookTok auf die heutigen Leser:innen? Verändert sich das Leseverhalten? Und welchen Einfluss hat das auf Verlage, Buchhandlungen, Veranstalter:innen, den ganzen Literaturbetrieb?
Seit 2002 ist die Literarische Gesellschaft Herausgeberin der Literaturzeitschrift allmende, die bekannten und jüngeren Schriftsteller:innen gleichermaßen eine Publikationsmöglichkeit bietet. Im Literaturhaus in Halle stellt die allmende-Redaktion die aktuelle Ausgabe der Karlsruher Literaturzeitschrift vor und präsentiert verschiedene Einflüsse von BookTok auf die Buchbranche. Im Vortrag und anschließenden offenen Dialog wird ein Phänomen behandelt, das die Literaturwelt veränderte.
Mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Karlsruhe und der Stadt Halle.
Joachim „Jogi“ Scheuerer alias “Boshi San”: © 5elements
Die Hip-Hop-Kultur steht für Respekt, Demokratie, Zusammenhalt und Toleranz. In dem Workshop setzt du dich zusammen mit anderen Teilnehmer:innen mit der Geschichte von Hip-Hop und gesellschaftlichen Konflikten auseinander und erarbeitest dazu gemeinsam mit Boshi San eigene Lyrics. Unter Anleitung des erfahrenen Hip-Hop Künstlers machst du erste Schritte im Texten und Songwriting. Wie schreibe ich Raps, wie finde ich die passenden Reime, wie rappe ich ins Mikrofon? All das und viel mehr erkundest du mit Boshi San.
Boshi San ist Rapper, Sänger, Songwriter und Veranstalter und seit vielen Jahren eine feste Größe in der deutschen Hip-Hop Community. 2023 gründete er zusammen mit anderen Hip-Hop Künstler;innen den Verein „5elements e.V.“, der Rap-, Musik-, Breakdance- und Graffiti-Workshops an Schulen in Kombination mit politischer Bildung gibt. Er unterstützt diverse antirassistische Projekte. Seit 2023 ist er Teil der Initiative „Hip-Hop for Woman Life Freedom“.
Dozent: Boshi San
Zielgruppe: 14 -18 Jahre
Anmeldung erforderlich unter presse@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/133-4084
Donnerstag, 27.3. bis Sonntag, 30.3.
Leipziger Buchmesse
Leipziger Buchmesse: © Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze
Die Leipziger Buchmesse gilt als wichtigster Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und Angelpunkt zwischen Leser:innen, Autor:innen, Verlagen und Medien – nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. Die Literarische Gesellschaft präsentiert im Rahmen der Leipziger Buchmesse unter anderem die Ausgabe Nr. 113 der allmende – Zeitschrift für Literatur.
Wie BookTok die Literaturwelt verändert
Die 113. Ausgabe der allmende behandelt den Einfluss des Phänomens BookTok: Millionen von Lesenden wählen heute ihr nächstes Buch nach den Empfehlungen von Content-Creator:innen aus. In den letzten Jahren bildeten sich dabei verstärkt Genres heraus, die präferiert gekauft werden: Insbesondere die Sparten Young Adult und New Adult oder auch die Gattung Romantasy stechen dabei vor anderen Gattungen wie etwa Dark Academia hervor. Welchen Einfluss haben Plattformen wie BookTok oder BookTube auf die heutigen Leser:innen? Verändert sich das Leseverhalten? Und welcher Einfluss hat das dann auf Verlage, Buchhandlungen, Veranstalter:innen, den ganzen Literaturbetrieb? Wir zeigen in der Ausgabe die Perspektiven – auch der Literatur- und Medienwissenschaft, der Influencer:innen, der Autor:innen, etc...
Paul, ein Schweizer Dekorateur und Inneneinrichter, lebt in der schottischen Hafenstadt Stromness auf den Orkneyinseln im kalten europäischen Norden. Er geht einer leicht eigenartigen Erwerbsarbeit nach, dem „Home staging“: europaweit leerstehende Immobilien für potenzielle Käufer zeitweilig so zu inszenieren, dass diese sich darin sofort ein Leben voller Schönheit und Sinn vorstellen können. Als er von einem Designmagazin einen zwar obskuren, aber lukrativen Auftrag aus Norwegen erhält, begibt er sich auf eine Reise, die ihn an seine Grenzen führt …
Christian Kracht: © David Lieske
Er zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Christian Kracht, 1966 in der Schweiz geboren, hat mit seinem Roman Faserland (1995) deutsche Literaturgeschichte geschrieben. Dieser und weitere Romane von ihm wie 1979 (2001), „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ (2008), „Imperium“ (2012), „Die Toten“ (2016) und „Eurotrash“ (2021) sind in über 30 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt Christian Kracht den Wilhelm-Raabe-Preis, 2016 den Schweizer Buchpreis und den Hermann-Hesse-Literaturpreis.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und der Stephanus-Buchhandlung.
Ein Mädchen kommt 1992 mit seiner Familie aus Russland nach Deutschland und landet in einer schwäbischen Kleinstadt in einem Asylbewerberheim. Lena Gorelik schreibt in ihrem autobiografischen Roman über Identität zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung. In Karlsruhe spricht die Scheffel-Preisträgerin unter anderem über Leben und Politik im heutigen Deutschland und die Bedeutung der wichtigsten Auszeichnung im Fach Deutsch für ihren weiteren Lebensweg. 2001 erhielt sie den Scheffel-Preis am Friedrich-Schiller-Gymnasium Ludwigsburg.
Lena Gorelik wurde 1981 in Sankt Petersburg geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und studierte Osteuropastudien. Sie schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Essays und Reportagen unter anderem für „DIE ZEIT“ und unterrichtet Kreatives Schreiben an diversen Universitäten und Literaturhäusern. Von ihr erschienen unter anderem die Romane „Meine weißen Nächte“ (2004), „Hochzeit in Jerusalem“ (2007), „Die Listensammlerin“ (2014), „Null bis unendlich“ (2015) und „Mehr Schwarz als Lila“ (2017). 2022 bekam Lena Gorelik den Literaturpreis Text & Sprache vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI verliehen, erhielt eine Poetikdozentur an der Universität Hannover und kuratierte das Literaturfestival in Stuttgart 2023. Im gleichen Jahr erhielt sie den Marieluise-Fleißer-Preis, das Thomas-Bernhard-Stipendium sowie den Retzhofer Dramapreis für junges Publikum. 2024 wurde sie mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe und der Stephanus-Buchhandlung.
Lena Gorelik: © Charlotte Troll
SWR-Bestenliste im PrinzMaxPalais – Literaturkritik live im Museum für Literatur!
Im Dschungel der unzähligen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt ist guter Rat teuer! Die SWR-Bestenliste bietet eine gute Orientierungshilfe: Hier landen – unabhängig von Verkaufszahlen – nur die Bücher, die zu lesen sich lohnt. Im Karlsruher Literaturhaus diskutieren unter der Moderation von Carsten Otte die Literaturkritiker:innen Anne-Dore Krohn (Rundfunk Berlin Brandenburg), Martin Ebel (Tages-Anzeiger) und Hubert Spiegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung) über empfehlenswerte Bücher. Es lesen Antje Keil und Dominik Eisele.
Anne_Dore_Krohn © Karo Krämer
Carsten_Otte © WB3 quadrat
Martin_Ebel © SWR Alexander Kluge
Hubert_Spiegel © SWR
Literatur muss nicht kompliziert, verrätselt oder wortgewaltig sein, um ihre Wirkung zu entfalten. Die Potsdamer Autorin Julia Schoch hat zwei Erzählungen in „LIES!“ in Einfacher Sprache veröffentlicht. Die Geschichten richten sich an Menschen, denen Lesen und Schreiben schwerfällt. Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung kommt sie nach Karlsruhe und liest im Museum für Literatur daraus vor. Wie man sich in der Wahl der Mittel beschränken und doch vielseitig, vielschichtig und abwechslungsreich sein kann, darüber wird sie an dem Abend Auskunft geben. „Julia Schoch hat sehr berührend, sehr einfach und zum Verlieben numerisch über Liebe und Schmorgurken geschrieben“, äußerte Herausgeber Hauke Hückstädt, der Leiter des Frankfurter Literaturhauses und Herausgeber der Anthologie „LIES!“, in der ausgezeichnete Autor:innen eingeladen waren, einfach zu schreiben.
Lies_das_Buch
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Mecklenburg, lebt nach Aufenthalten in Bukarest und Paris als freie Autorin und Übersetzerin in Potsdam. Für ihr literarisches Werk und ihre Übersetzungen französischer Literatur wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Schubart-Literaturpreis (2023). 2024 war sie Mainzer Stadtschreiberin. Von ihren zahlreichen Veröffentlichungen erschienen zuletzt im Rahmen ihrer Trilogie mit dem Titel Biographie einer Frau die Romane „Das Vorkommnis“ (2022) und „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ (2023) und „Wild nach einem wilden Traum“ (2024).
In Einfacher Sprache angekündigt:
Wirkungsvolle Literatur ist nicht schwierig. Die Autorin Julia Schoch hat zwei Bücher in Einfacher Sprache veröffentlicht. Die Geschichten sind für Menschen mit einer Leseschwäche und Rechtschreibschwäche. Julia Schoch liest am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung im Museum für Literatur. Sie wird zeigen, wie einfache Literatur groß sein kann. Julia Schoch wurde 1974 in Bad Saarow geboren. Sie ist in Mecklenburg aufgewachsen. Schoch lebte in Bukarest und Paris. Heute lebt sie als Autorin in Potsdam. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen für ihre Bücher. Ihr neustes Buch ist „Wild nach einem wilden Traum“ (2024).
Julia Schoch © Ulrich Burckhardt
Zu Gast Prof. Dr. Hartmut Rosa (Soziologe):
Scheffel-Preis – und jetzt? Prof. Dr. Hartmut Rosa und junge Scheffel-Preisträger:innen über die Zukunft
Klimawandel, weltweite Krisen, demografischer Wandel - die Lasten, die zukünftige Generationen zu tragen haben, sind enorm. Wie sehen aktuelle Scheffel-Preisträger:innen als Vertreter:innen der jüngeren Generation die Zukunft? Sie haben die Schule erfolgreich absolviert, sind intelligent, engagiert und ambitioniert. Wie sehen sie ihre Zukunft? Steht sie ihnen offen? Sehen sie sich bei der Bewältigung wichtiger Zukunftsthemen auf sich allein gestellt? Wie sind ihre Meinungen zu gegenwärtigen und kommenden politischen und gesellschaftlichen Themen? Fühlen sie sich ernst genommen? Was gibt Ihnen Zuversicht? Prof. Prof. Dr. Hartmut Rosa wird in dieser Veranstaltung seinen eigenen Werdegang skizzieren und im Gespräch mit jungen Scheffel-Preisträger:innen über (ihre) Zukunftsaussichten sprechen.
Hartmut Rosa © Jürgen Bauer
Prof. Dr. Hartmut Rosa, geboren 1965 im Schwarzwald, wurde 1985 am Hochrhein Gymnasium Waldshut-Tiengen mit dem Scheffel-Preis ausgezeichnet. Er wurde 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert und 2004 in Jena habilitiert. Er ist seit 2005 Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 zugleich Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Davor lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York. 2016 war er als Gastprofessor an der FMSH in Paris. 2006 erhielt er den Thüringer Forschungspreis für Grundlagenforschung, 2016 den Tractatus Preis für philosophische Essayistik, 2018 den Erich-Fromm-Preis und den Watzlawik-Ehrenring. Er leitet mehrere Forschungsprojekte, darunter die von der DFG geförderte Kollegforschergruppe ‚Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-) Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften’. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit rezipiert.
25 Jahre Kultur, Kunst und Spaß! Die Karlsruher Museen freuen sich darauf, dieses besondere Ereignis mit Ihnen zu feiern. Am 3. August 2024 öffnen sich die Türen der Karlsruher Museen für eine einzigartige Nacht voller Entdeckungen und Erlebnisse. Passend zu den diesjährigen Feierlichkeiten (100 Jahre Literarische Gesellschaft) bieten wir ein Programm zum 125. Geburtstag von Erich Kästner an:
19 Uhr | PrinzMaxPalais
Martin Wacker und Susanne Buchenberger
Mascha Kaléko und Erich Kästner – eine literarische Annäherung
Musikalische Interventionen: Hubert Eßer
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Todestagvon Heinrich Heine treffen Mascha Kaléko und Erich Kästner zufällig aufeinander. Ein weiteres Treffen ist nicht bekannt, ein Briefwechsel nicht dokumentiert. Zeitkritik, aber auch Blicke in die Abgründe unserer Existenz sind den Autoren gemein. Augenzwinkern, aber auch tiefe Melancholie beherrschen sie meisterlich. Sowohl Mascha Kaléko als auch Erich
Kästner waren Gegner der Nazi-Diktatur: Erich Kästner musste selbst mit ansehen, wie 1933 auf dem Berliner Opernplatz seine Bücher verbrannt wurden, Mascha Kaléko durfte als Jüdin ihren Beruf nicht mehr ausüben. Sie emigrierte 1938 mit ihrer Familie in die USA. Zum 125. Geburtstag von Erich Kästner schaffen Susanne Buchenberger und Martin Wacker einen imaginären Begegnungsraum mit Texten der beiden großen deutschen Literaten. Susanne Buchenberger gehörte neun Jahre dem Ensemble des Schauspiels Frankfurt an, wo sie immer wieder gastiert. Zuvor war sie Mitglied am Schauspiel Leipzig. Weitere Engagements führten sie nach München, Berlin, Heidelberg sowie in ihre Heimatstadt Karlsruhe, wo sie im Sandkorn-Theater gemeinsam mit Martin Wacker auftrat. Martin Wacker gehört seit fast 40 Jahren zum Ensemble an der Kaiserallee und hat in 50 Produktionen als Kabarettist und Schauspieler mitgewirkt. Engagements führten ihn unter anderem zu den Schlossfestspielen Ettlingen und ans Badische Staatstheater Karlsruhe. Aktuell steht er in Neil Simons Komödie Ein seltsames Paar auf der Sandkorn-Bühne. Der Klarinettist Hubert Eßer ist Mitglied in verschiedenen Orchestern und Ensembles in Karlsruhe und hat schon verschiedene Literatur-Abende begleitet.
Tickets: In allen beteiligten KAMUNA-Institutionen sowie im Schaufenster
Karlsruhe erhalten Sie ein KAMUNA-Einlassband! Weitere Informationen
unter www.kamuna.de.
Literarische Gesellschaft präsentiert die jungen Wilden der Poetry
Slam-Szene – kurzweilig, unterhaltsam und immer mitten ins Herz
Wenn die Literarische Gesellschaft auf der Kulturbühne das traditionelle FEST-Bühnenwortsport-Spektakel präsentiert, dann ist eine leidenschaftliche Show mit allen Formen moderner Literatur und Wortkunst garantiert! Jan Cönig aus Frankfurt ist einer der prägenden Köpfe der deutschen Poetry-Slam-Szene. Er ist mehrfacher hessischer Poetry Slam Landesmeister und kommt zusammen mit der Frankfurterin Aileen Schneider (Poetry Slam-Hessenmeisterin 2022) nach Karlsruhe auf die FEST-Kulturbühne. Das Poetry Slammer:innen-Feld vervollständigen der Lokalmatador Adrian Mulas aus Karlsruhe (mehrfacher KOHI-Slam Sieger und Vertreter des KOHI-Slams bei der Landesmeisterschaft 2023) sowie Natalie Friedrich (U20-Poetry Slam-Landesmeisterin Baden-Württemberg 2019) aus Malsch. Singer-Songwriter Martin Knoch aus Karlsruhe unterstützt die Slam Poeten musikalisch.
Moderation: Matthias Walz.
Keine weitere Beschreibung hinterlegt.
Schmoll (FAZ-Journalistin): Warum gelingt der Deutschunterricht
so selten?
Deutsche Schüler:innen lesen nicht gerne: Das zeigen sämtliche Bildungsstudien. Wie finden Lehrer:innen dennoch Wege, Leselust zu wecken? Darüber spricht Journalistin und Scheffel-Preisträgerin Dr. Heike Schmoll unter anderem mit Dr. Tobias Markowitsch, Deutsch-Lehrer am Karlsruher Bismarck-Gymnasium. Dr. Heike Schmoll wurde 1981 am neusprachlichen Bunsen-Gymnasium in Heidelberg mit dem
Scheffel-Preis ausgezeichnet. Sie studierte Germanistik und evangelische Theologie in Heidelberg, München und Tübingen. In der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ist sie zuständig für Schul- und Hochschulpolitik sowie für Fragen der
wissenschaftlichen Theologie. Sie ist verantwortlich für die Seite ,Bildungswelten’.
Seit März 2008 ist sie politische Korrespondentin in Berlin. Dr. Tobias Markowitsch ist seit 2006 Lehrer für Deutsch und Geschichte am Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe, Fachbereichsleiter für den Bereich Geisteswissenschaften der Schülerakademie Karlsruhe und seit 2019 Landeskundebeauftragter am ZSL für die Region Karlsruhe / Stadt. 2017 wurde er mit der Arbeit Goldfisch 1944 –1974. Vom NS-Rüstungsbetrieb zur Maschinenfabrik Diedesheim an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert. Ehrenamtlich ist er für den Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler e.V. (VGKN) aktiv.
Es ist soweit: Der Workshop zum Thema ‚Fassadenlyrik’ geht nach einem großen Erfolg im Jahr 2022 in die zweite Runde. An zwei Tagen sollen Jugendliche im Alter von 12 – 16 in die Künste des Poetry-Slams und des Graffitisprayens eingeführt werden. Gemeinsam sollen sie die Möglichkeit bekommen, an Tag 1 (12.7.24) unter Leitung von Slammer Philipp Herold ihre eigenen Texte aufs Papier zu bringen und an Tag 2 (13.7.24) die vorbereiteten Texte nach Einweisungen durch ‚Azure & MoterOne’ in die Verwendung der Sprühdosen und das Erzielen von Graffiti-Effekten malerisch auf Leinwände zu übertragen.
Wo? 2. OG im PrinzMaxPalais. Bei
gutem Wetter sind wir für praktische
Übungen auch im Garten – vor allem
an Tag 2! Für Getränke ist ausreichend
gesorgt.
Dozent:innen: Philipp Herold; ‚Azure & MotorOne’
Zielgruppe: 12 – 16 Jahre | Anmeldung erforderlich unter veranstaltungen@literaturmuseum.de oder Tel.: 0721/133-4088.
Reihe Renommierte Scheffel-Preisträger:innen. Zu Gast Nora Krug:
Im Krieg. Zwei illustrierte Tagebücher aus Kiew und St. Petersburg
Den Auftakt der Reihe mit renommierten Scheffel-Preisträger:innen im Jubiläumsjahr der Literarischen Gesellschaft macht eine gebürtige Karlsruherin. Nora Krug stellt ihr Werk Im Krieg vor, eine Illustration zweier Tagebücher – das eines russischen Künstlers und das einer ukrainischen Journalistin. Über 52 Wochen begleitet Nora Krug diese beiden Menschen aus Kiew und Sankt Petersburg und fängt deren Gedanken und Gefühle zu ihren aktuellen Lebensumständen ein: Was bedeutet dieser Krieg, was macht er mit dem eigenen Leben, mit Familie und Freunden? In eindrucksvoller Weise gibt Nora Krug zwei Menschen eine Stimme und lässt die Leser:innen mithilfe von Text und Bild miterleben, was in der Welt geschieht. Nora Krug wurde 1977 in Karlsruhe geboren und erhielt 1996 am Helmholtz-Gymnasium den Scheffel-Preis. Nach ihrem Studium von Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York zog sie nach New York, wo sie seit 20 Jahren als Illustratorin arbeitet und als Professorin für Illustration an der ‘Parsons School of Design’ tätig ist. Ihr Debüt Heimat. Ein deutsches Familienalbum erzielte
internationale Erfolge und wurde 2018 mit dem National Book Critics Award, 2019 mit dem Schubart-Literaturpreis und dem Ludwig-Marum-Preis sowie vielen weiteren Preisen ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche weitere Ehrungen und Förderungen, unter anderem von der John Simon Guggenheim Memorial Foundation und der
Maurice Sendak Foundation und wurde durch das Victoria and Albert Museum in London 2019 als ‘Illustrator of the Year’ ausgezeichnet.
Eindrucksvolle Worte über Familie, Wahrheit, Wut, Kraft und Liebe
Mit seinem Romandebüt Vatermal (2023), einer Familiengeschichte über einen Sohn, eine Schwester und eine alkoholabhängige Mutter, fängt Necati Öziri den Sound der Straße ein: wütend, witzig und zart. Der todkranke Ich-Erzähler Arda liegt im Krankenhaus und schreibt einen Brief an seinen abwesenden Vater, den er nie kennengelernt hat. Dabei kommen auch zahlreiche Bilder und Erinnerungen an die prekären Verhältnisse während seiner Jugend im Ruhrgebiet um die Jahrtausendwende vor: Es geht um seine Einbürgerung und das „officially Kartoffel“-Werden, um Liebe, Sehnsucht und Schmerz – eine zerrissene Familie, die ein
facettenreiches Bild von Lebensrealitäten zeichnet. Necati Öziri, 1988 in Datteln (Ruhrgebiet) geboren, studierte Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche
Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin, wo er auch lebt. Er war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung. Bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis 2021) gewann er den Kelag-Preis und den Publikumspreis. Als Theaterautor schreibt er für das Maxim Gorki Theater in Berlin, das Nationaltheater Mannheim und das Schauspielhaus Zürich. Als Kurator leitete er das Internationale
Forum des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Sein Debütroman landete auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2023.
Demokratie und Comics – passt das zusammen?
Wir finden: ja! Geschichten in Comics behandeln Gerechtigkeit und Freiheit. Du fragst dich: Wie entstehen Mangas, die japanischen Comics? Kann ich auch Mangas zeichnen? Wir haben Street-Art Künstlerin Sandie nach ihrem erfolgreichen Manga-Workshop im vergangenen Jahr erneut ins PrinzMaxPalais eingeladen. Lass dir von ihr zeigen, wie ein Storyboard entsteht und wie man Einzelbilder im japanischen Stil gestaltet. Diese wirst du im Anschluss mit Comic-Markern (spezielle Stifte, die auch die Profis verwenden) colorieren. Dabei kannst du eigene Ideen, Erlebnisse und Erfahrungen mit- und einbringen. Nach einem theoretischen und praktischen Teil wirst du sehen: Dein Manga – egal ob auf Leinwand oder als Lesezeichen – steht für
unsere demokratischen Werte. Denn Demokratie und Comics funktionieren unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Sprache – das passt zusammen!
Dozentin: Sandra ‚Sandie‘ Dietz
Zielgruppe: 12 – 16 Jahre
Anmeldung erforderlich unter presse@literaturmuseum.de oder
Tel.: 0721/133-4084.
Graffiti ist mittlerweile mehr als nur eine Jugendkultur oder Jugendbewegung. Graffiti, Street Art, Style Writing, Urban Art… all das sind Bezeichnungen für Konzepte, die ein Gespräch ermöglichen – und das ist in der Demokratie notwendig. Es entsteht eine Kultur des Austausches, der Kommunikation und Interaktion, der Wertschätzung, der Vernetzung und des Zusammenhalts. „Each One, Teach One“ – so heißt die aus der Hip-Hop-Szene stammende Methode, die auf dem gleichlautenden amerikanischen Sprichwort basiert: Kenntnisse werden von Person zu Person weitergegeben. In dem Workshop geben dir Street-Art-Künstler:innen Wissen und Technik der Graffiti-Kultur an die Hand. Anschließend wirst du selbst zum / zur Graffitikünstler:in. Sprüh in deiner eigenen Sprache der Freiheit und Demokratie auf die Leinwand.
Dozenten: Azure & Moter.One
Zielgruppe: 12 – 16 Jahre
Anmeldung erforderlich unter
presse@literaturmuseum.de oder
Tel.: 0721/133-4084
und literaturgeschichtlichen Kontext
Heinrich Heine fühlte sich als Romantiker, der sich aber nicht rückwärtsgewandt den gewaltigen Veränderungen im 19. Jahrhundert verschloss, sondern sie mit den Mitteln des Dichters engagiert unterstützte und sich gegen nationale Egoismen für „die Emanzipation der ganzen Welt“ einsetzte. Das verstärkt seine Zerrissenheit, die der geborene Jude und Anhänger Napoleons von Jugend auf kennt. Sie durchdringt seine Liebesgedichte, die in Deutschland entstehen, und erfasst ihn auch in Paris, wo er sich, bis er schwer erkrankt, zwar wohlfühlt, aber auch nach der Heimat sehnt. Die Gedichte, die zur Sprache kommen, werfen ein Licht auf die Person des Dichters, auf die gesellschaftlichen Bewegungen und politischen Umwälzungen
sowie auf die Position Heines in der Literaturgeschichte.
Ausgabe von Franz Kafkas Werken
Auch nach 100 Jahren lässt Franz Kafkas Roman Der Process seine Leser:innen irritiert zurück. Insbesondere die personale Erzählperspektive macht den Roman zu einem besonderen Leseerlebnis und zu Franz Kafkas weltweit bekanntestem Werk. Mit der Neuedition geht Reiner Stach den Geheimnissen Franz Kafkas auf die Spur. In einem ausführlichen Stellenkommentar und Nachwort bietet der Herausgeber Einblicke in Franz Kafkas Streichungen und Korrekturen, erläutert Motive und Erzähltechniken und beleuchtet die Entstehung und Wirkungsgeschichte des Romans. Reiner Stach wurde 1951 geboren und studierte in Frankfurt a. M. Germanistik, Philosophie und Mathematik. Neben seiner Arbeit als Wissenschaftslektor und Publizist konzipierte er die weltweit meistbesuchte Kafka-Website franzkafka.de. 2014 erschien seine dreibändige international gewürdigte Kafka-Biographie. Er wurde u. a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis (2016) ausgezeichnet. In Planung sind weitere kommentierte Leseausgaben Franz Kafkas, aus denen nicht nur Schüler:innen Gewinn ziehen können. In Vorbereitung: Die Romane Das Schloss und Der Verschollene sowie zwei Erzählbände.
Keine weitere Beschreibung hinterlegt.
Victor Hugo pries ihn, Oscar Wilde hob ihn in den Himmel: Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac (1799–1850) ist einer der ganz Großen der Weltliteratur. Zusammen mit Stendhal und Flaubert begründete er den Realismus. Honoré de Balzac hat mit seinem Romanzyklus Die menschliche Komödie ein gigantisches Werk hinterlassen, die einen sehr genauen Blick auf die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wirft. Der Waldshuter Literaturwissenschaftler Jürgen Glocker hat diesen Kosmos und auch das in jeder Beziehung exzessive Leben dieses Schriftstellers detailreich eingefangen. Ein Buch, das Lust macht, Balzac (wieder) zu entdecken.
Jürgen Glocker, geboren 1954 in Pforzheim, studierte Germanistik und Geschichte in Tübingen und wurde über spätmittelalterliche Erzählungen promoviert. Er war über 30 Jahre lang Leiter des Amtes für Kultur, Archivwesen und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Waldshut. Neben theoretischen Texten veröffentlichte Glocker Texte zu Literatur und Kunst (u. a. in den Literaturzeitschriften Sinn und Form und allmende), vorwiegend Prosa und Hörspiele. 2005 erschien sein Roman Carlo oder über den Umgang mit Katzen, Menschen und Büchern. Es folgten unter anderem der Roman Madame Bovary und ihre Wiener Affäre (2010) sowie Glückliche Tage im Schwarzwald (2014) und sein Kleinstadtroman Schopfloch (2021).
Die 69. ordentliche Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, den 15. Mai 2024, um 18 Uhr im Museum für Literatur am Oberrhein im PrinzMaxPalais, Karlstraße 10, 76133 Karlsruhe statt. Wir laden alle Mitglieder dazu herzlichst ein!
Im Anschluss:
Keine weitere Beschreibung hinterlegt.
Sommer 1923: Der tuberkulosekranke Franz Kafka, als Dichter nahezu unbekannt, lernt in einem Ostseebad die junge Köchin Dora Diamant kennen. Er entscheidet sich mitten in der Hyperinflation der Weimarer Republik für das Zusammenleben mit ihr. Steigende Preise, wechselnde Untermietquartiere, der argwöhnische Blick der Eltern – trotz aller Unwägbarkeiten und Hindernisse werden sich Franz Kafka und Dora Diamant, von wenigen Tagen abgesehen, bis zu Kafkas Tod im Juni 1924 nicht mehr trennen.
Michael Kumpfmüller liest aus Die Herrlichkeit des Lebens (2011) und spricht über seine Mitarbeit am Drehbuch für den gleichnamigen Kinofilm, der derzeit in den deutschen Kinos zu sehen ist. Michael Kumpfmüller kennt Kafkas Tagebücher, Briefe und letzten Texte exakt und schuf mit Die Herrlichkeit des Lebens einen feinsinnigen Liebesroman, der ein fast heiteres Licht auf den berühmten Dichter wirft. Er war über zehn Jahre an den Drehbucharbeiten beratend beteiligt und wird berichten, auf welch komplizierten Wegen aus einem Roman ein Kinofilm wird. Der Roman wurde von Georg Maas und Judith Kaufmann verfilmt. In den Hauptrollen spielen Henriette Confurius und Sabin Tambrea. Im Anschluss an die Lesung wird der Film gezeigt.
Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt in Berlin. Für seinen Roman Nachricht an alle (2008) wurde er mit dem Döblin-Preis ausgezeichnet. Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 wurde der Roman Die Herrlichkeit des Lebens zum Bestseller und von der literarischen Kritik hochgelobt. Mittlerweile ist er in 24 Sprachen übersetzt worden. Zuletzt erschienen seine Romane Die Erziehung des Mannes (2016), Tage mit Ora (2018) und Ach, Virginia (2020).
Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Schauburg und der Literarischen Gesellschaft. Die Veranstaltung findet in der Schauburg in der Marienstr. 16 statt. Karten erhältlich unter www.schauburg.de
Der Historiker Martin Doerry liefert mit seiner jüngst erschienenen Biographie einen Beitrag zur aktuellen Diskriminierungsdebatte.
Mit der kürzlich erschienenen Biographie Lillis Tochter (2023) über seiner Mutter Ilse, die als ‚Halbjüdin‘ während des Krieges und danach immer wieder Diskriminierungen ausgesetzt war, schildert Martin Doerry ein weiteres Kapitel dieser dramatischen deutsch-jüdischen Familiengeschichte. Erzählt wird die berührende Geschichte seiner Mutter als Geschichte einer Überlebenden und einer in den Konventionen und Zwängen der Nachkriegszeit gefangenen Frau.
Der Journalist und Historiker Martin Doerry wurde 1955 in Veerßen bei Uelzen geboren. Nach dem Abitur in Celle studierte er Germanistik und Geschichte an den Universitäten Tübingen und Zürich. 1984 wurde er in Tübingen promoviert, von 1985 bis 1987 arbeitete er als Reporter beim Süddeutschen Rundfunk in Karlsruhe. 1987 wechselte er zum SPIEGEL nach Hamburg. Martin Doerry war 16 Jahre lang stellvertretender Chefredakteur des Nachrichtenmagazins.
In ihrem viel diskutiertem Debütroman Gittersee erzählt Charlotte Gneuß von einem Dresdner Vorort, vom Leben in der DDR und einem Kriminalfall
Im Mittelpunkt von Gittersee (2023) stehen Karin, 16 Jahre alt, und ihre Jugendliebe Paul. Mit ihrer schlecht gelaunten Oma, ihren Eltern und der kleinen Schwester lebt sie im titelgebenden Gittersee. Eines Morgens steht die Stasi vor der Tür... Ein Stück deutsche Geschichte, eindringlich erzählt: Gittersee landete auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2023, danach gab es eine Debatte um den viel gelobten Roman im Feuilleton. Sie drehte sich um die Frage: Darf man über die DDR schreiben, ohne dort aufgewachsen zu sein? Und: Wie realistisch muss das Erzählte sein?
Charlotte Gneuß wurde 1992 in Ludwigsburg geboren. Sie lebte einige Zeit in Dresden und studierte dort Soziale Arbeit. Außerdem studierte sie literarisches Schreiben in Leipzig und szenisches Schreiben in Berlin. Sie ist Herausgeberin der Anthologie Glückwunsch (2023), in der u.a. Monika Helfer, Theresia Enzensberger, Daniel Schreiber, Karosh Taha und andere Autor:innen über das Thema Abtreibung schreiben. Ihr Roman Gittersee wurde mit dem aspekte-Literaturpreis sowie dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung 2023 ausgezeichnet. Zudem ist Charlotte Gneuß Literaturstipendiatin des Landes Baden-Württemberg 2024.
Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt (Karlsruhe/Lübeck):
Kant und die Medizin – Ein Leben mit der Krankheit
Immanuel Kant war umfassend über die Naturwissenschaften und Medizin seiner Zeit informiert, hatte Kontakte zu verschiedenen Naturforschern und Medizinern und verfasste selbst naturwissenschaftliche und medizinische Schriften. Mehrfach wurden von ihm medizinische Positionen und Fragen behandelt: der Zusammenhang von Körper und Seele sowie die Grenzen menschlicher Vernunft, seelische Störungen, die Beziehung der Medizin zu Theologie, Jurisprudenz, Philosophie und Naturwissenschaften, vor allem auch – mit Ratschlägen aus persönlichen Erfahrungen – Lebenskunst als geistig gelingender Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Hier ist Kants Werk Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein (1798) von Bedeutung.
Keine Veranstaltungen für diese Auswahl.
